Böhmermanns skurrile Schau im Haus der Kulturen der Welt polarisiert Berliner Publikum
Iwona RoggeBöhmermanns skurrile Schau im Haus der Kulturen der Welt polarisiert Berliner Publikum
Eine provokante neue Ausstellung im Berliner Haus der Kulturen der Welt
Unter dem Titel "Die Möglichkeit der Irrationalität" hat der Satiriker Jan Böhmermann gemeinsam mit seinem Kollektiv Gruppe Royale eine ungewöhnliche Schau kuratiert. Seit der Eröffnung am vergangenen Wochenende erwarten die Besucher unter einem Dach alles von Butterskulpturen bis zu politischen Provokationen.
Gleich am Eingang müssen die Gäste ihre Handys abgeben. Drinnen erwarten sie eine Mischung aus skurrilen und zum Nachdenken anregenden Installationen: Eine lebensgroße Butterbüste des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl steht neben einer goldenen Schallplatte des Rappers Bushido. Ein Fernrohr richtet sich auf einen Spiegel – und bietet so einen direkten Blick ins Büro des benachbarten Kanzleramts.
Eine schlaffe, aufblasbare Freiheitsstatue treibt in einem Wasserbecken, während eine ernste Frauenstimme "Land of the Free" durch den Raum schallt – eine bearbeitete Version der US-Nationalhymne. In einer anderen Ecke zerfetzt eine Maschine alle 28 Minuten ein Stofftier, es sei denn, ein Besucher zahlt 20 Euro, um es zu retten und ein Selfie damit zu machen.
Ein "TV-Garten" für Independent-Publikum mit Live-Auftritten verschiedener Künstler gehört ebenfalls zur Ausstellung. Zu den persönlicheren Exponaten zählt ein Boxsack, der einst Jan Marsalek gehörte, dem ehemaligen Wirecard-Manager. Die Schau bleibt bis zum 19. Oktober 2023 geöffnet.
Mit einer Mischung aus Satire, Popkultur und politischer Kommentierung bricht "Die Möglichkeit der Irrationalität" bewusst mit Erwartungen. Die Besucher verlassen das Haus ohne Handy – aber mit reichlich Gesprächsstoff. Die Ausstellung ist bis Mitte Oktober täglich im Haus der Kulturen der Welt zu sehen.






