Dresdens verbotene Kunst: Wie Künstler der DDR die Stasi herausforderten
Iwona RoggeDresdens verbotene Kunst: Wie Künstler der DDR die Stasi herausforderten
Dresden war einst das kulturelle Zentrum der Kunstszene der DDR – Sitz einer renommierten Akademie und Schauplatz großer, staatlich geförderter Ausstellungen. Doch ab den späten 1970er-Jahren brach eine neue Generation von Künstlern mit dem Sozialistischen Realismus und sah sich dabei Zensur und Überwachung durch die Stasi ausgesetzt.
Die Hochschule für Bildende Künste Dresden galt als führende Kunsthochschule der DDR und bildete ihre Studierenden bis in die späten 1970er-Jahre hinein im Stil des Sozialistischen Realismus aus. Zu ihren Absolventen zählten Eberhard Göschel, Helge Leiberg, Hans Scheib, Reinhard Stangl, Volker Henze, Christine Schlegel, Cornelia Schleime und Ralf Kerbach. Viele von ihnen ließen sich zunächst von der expressionistischen Tradition der Künstlergruppe Brücke inspirieren.
Eberhard Göschel gründete später in Dresden den Obergrabenpresse-Verlag, während Hans Scheib in Berlin-Prenzlauer Berg private Ausstellungsräume eröffnete – zunächst 1977 in der Raumerstraße 23, dann 1980 in der Sredzkistraße 64. Göschel und Leiberg organisierten unterdessen thematische Gruppenausstellungen im Leonhardi-Museum in Dresden-Loschwitz.
Trotz ihrer künstlerischen Verdienste wurden mehrere von ihnen repressiv behandelt: Sie erhielten keine Aufträge mehr, ihre Ausstellungen wurden verboten, und sie gerieten ins Visier der Stasi, die "zersetzende Maßnahmen" gegen sie einleitete. Diese Unterdrückung erfolgte parallel zu den großen, alle fünf Jahre stattfindenden Kunstausstellungen der DDR im Albertinum auf der Brühlschen Terrasse – eine Tradition seit 1953.
Der Bruch mit den staatlich verordneten Stilen markierte einen Wendepunkt für diese Künstler. Ihre Werke, oft unterdrückt, legten dennoch den Grundstein für eine unabhängigere Kunstszene in der DDR. Viele ihrer privaten Initiativen und Ausstellungen überstanden die offiziellen Restriktionen.






