25 June 2026, 12:26

Energiedienstleistungsgesetz reformiert: Weniger Bürokratie, mehr Zeit für Rechenzentren

Schwarz-Rot lockert Effizienzregeln für die Wirtschaft

Energiedienstleistungsgesetz reformiert: Weniger Bürokratie, mehr Zeit für Rechenzentren

Die deutsche Bundesregierung hat Änderungen am Energiedienstleistungsgesetz verabschiedet und damit die Vorgaben für Unternehmen und Rechenzentren gelockert. Die Reform soll Bürokratie abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken, wie es aus Regierungskreisen heißt. Wirtschaftverbände und Umweltschützer zeigen sich gespalten in ihrer Bewertung.

Das ursprüngliche Gesetz verpflichtete Behörden und Firmen, ihren Energieverbrauch zu senken und Verschwendung zu vermeiden. Besonders im Fokus standen Rechenzentren – wegen ihres hohen Strombedarfs und des oft ungenutzten Abwärmepotenzials. Künftig gilt die Pflicht zur Einführung von Energie- oder Umweltmanagementsystemen nun nur noch für Unternehmen mit einem Verbrauch von mindestens 23,6 Gigawattstunden pro Jahr.

Betreiber von Rechenzentren erhalten mehr Zeit, um die Vorgaben umzusetzen: Statt zwei Jahren haben sie nun vier Jahre, um ihre Effizienz zu steigern. Auch die Frist, den Strombedarf vollständig durch Erneuerbare auszugleichen, wurde auf 2030 verschoben. Zudem entfällt die Verpflichtung zur Abwärmenutzung, wenn vor Ort kein Fernwärmenetz existiert.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche betonte, die Reform reduziere bürokratische Hürden und fördere das Wachstum der Unternehmen. Peter Adrian, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), bezeichnete die Änderungen als „deutliche Entlastung“ für die Wirtschaft.

Kritiker werfen der Regierung vor, die Reform schwäche den Umweltschutz. Linda Klapdor von Greenpeace warnte, die Neuregelungen schafften Schlupflöcher für Tech-Konzerne und könnten die Emissionen steigern. Kilian Vieth-Ditlmann von AlgorithmWatch sprach von einer „Kapitulation vor den Tech-Giganten“.

Quelle