Führungswechsel bei der Linkspartei in Rhein-Berg und Bergisch Gladbach markiert das Ende einer Ära
Iwona RoggeFührungswechsel bei der Linkspartei in Rhein-Berg und Bergisch Gladbach markiert das Ende einer Ära
Führungswechsel in den Linkspartei-Kreisverbänden Rhein-Berg und Bergisch Gladbach
In den Kreisverbänden Rhein-Berg und Bergisch Gladbach der Linkspartei hat ein tiefgreifender Führungswechsel stattgefunden. Der langjährige prägende Funktionär Tomás Santillán, einst eine dominierende Figur, ist zusammen mit zwei weiteren Co-Vorsitzenden nach einer turbulenten Regionalversammlung zurückgetreten. Die Veränderungen markieren das Ende einer Ära und den Beginn eines verjüngten Vorstands.
Die Regionalversammlung begann mit Kontroversen, als Santillán statt persönlich zu erscheinen eine umfangreiche Pressemitteilung einreichte. Sein als „Bericht des Vorstands“ bezeichnetes Dokument umging eine inhaltliche Debatte und führte zu raschen Personalentscheidungen. Die Versammlungsleitung lehnte seinen Finanzbericht ab – mit Verweis auf formale Mängel und inhaltliche Probleme.
Santillán sowie die Co-Vorsitzenden Sylke Heisterhagen und Hale Bagherzadeh traten von ihren Ämtern im Regionalvorstand zurück. Die Versammlung verweigerte zudem die Entlastung für Santillán, Heisterhagen, Bagherzadeh und den scheidenden Schatzmeister Klaus Reuschel-Schwitalla. Trotz der Eskalation räumte Santillán die Verantwortung für das ein, was er als „finanzielles Chaos“ bezeichnete, und äußerte sich zuversichtlich, dass die neue Führung, der Landesverband und die Bundesvorsitzende die anstehenden Probleme lösen würden.
Zu neuen Co-Vorsitzenden wurden Kolja Pfeiffer und Iwona Winterscheid mit großer Mehrheit gewählt. Marcel Scharge übernahm einstimmig das Amt des Schatzmeisters und ersetzt damit Reuschel-Schwitalla. Die personellen Wechsel stehen für einen Bruch mit Santilláns oft exzentrischem Führungsstil, der wiederholt zu Konflikten geführt hatte.
Für den Ortsverband Bergisch Gladbach ist nun eine außerordentliche Mitgliederversammlung geplant. Santillán, der zwar nicht mehr dem Regionalvorstand angehört, bleibt jedoch weiter Sprecher des Ortsverbands.
Nach Jahren interner Auseinandersetzungen hat die Linke in Rhein-Berg und Bergisch Gladbach nun ein neues Führungsteam. Die Beschlüsse der Versammlung – die Ablehnung von Santilláns Bericht, die Wahl neuer Vorsitzender und die Bestellung eines neuen Schatzmeisters – weisen der Partei eine klarere Richtung. Die anstehende außerordentliche Mitgliederversammlung wird voraussichtlich noch offene Fragen aus seiner Amtszeit behandeln.






