Lehrerin seit 16 Jahren krankgeschrieben – doch sie arbeitete heimlich als Heilpraktikerin
Iwona RoggeLehrerin seit 16 Jahren krankgeschrieben – doch sie arbeitete heimlich als Heilpraktikerin
Eine Lehrerin des Berufskollegs Wesel in Nordrhein-Westfalen ist seit über 16 Jahren krankgeschrieben – und bezieht weiterhin ihr volles Gehalt. Nun ermitteln die Behörden wegen des Verdachts auf Betrug, nachdem Unstimmigkeiten in ihren ärztlichen Attesten aufgedeckt wurden.
Die Pädagogin, die zuletzt 2009 regelmäßig unterrichtete, reichte wiederholt ärztliche Bescheinigungen ein, in denen psychische Erkrankungen als Grund für ihre Arbeitsunfähigkeit angegeben wurden. Dennoch erfolgte nie eine amtliche Überprüfung durch einen vom Staat beauftragten Arzt.
Während ihrer langen Abwesenheit arbeitete sie jedoch als Heilpraktikerin für Alternativmedizin. Zudem nahm sie an einem Gründungswettbewerb für Unternehmen teil – was Zweifel an ihrer behaupteten Erwerbsunfähigkeit aufkommen lässt. Erst kürzlich durchsuchten Ermittler ihre Wohnung in Duisburg und beschlagnahmten Unterlagen sowie digitale Speichermedien im Rahmen der Untersuchungen.
Der Strafprozess konzentriert sich auf den Zeitraum von 2021 bis 2025, da frühere Jahre möglicherweise bereits verjährt sind. Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten gewerbsmäßigen Betrug vor und geht davon aus, dass sie falsche Angaben gegenüber dem Staat gemacht hat. Zudem wird geprüft, ob ein Mitarbeiter des Bezirksregierungs Düsseldorf, der mit ihrem Fall betraut war, seine Amtspflichten vernachlässigt hat.
Als Reaktion auf den Fall kündigte Nordrhein-Westfalen an, die Kontrollen bei langandauernden oder wiederholten Krankschreibungen zu verschärfen. Der Vorfall hat Schwachstellen im System offenbart: Die Lehrerin erhielt mehr als ein Jahrzehnt lang ihr volles Gehalt – ohne dass ihre Arbeitsunfähigkeit jemals überprüft wurde. Strengere Überwachungsmechanismen sollen nun ähnliche Fälle in Zukunft verhindern. Die Ermittlungen dauern derweil an.






