Mysterióse 7,5-Meter-Statue in London löst Banksy-Spekulationen aus
Rolf-Peter ScheelMysterióse 7,5-Meter-Statue in London löst Banksy-Spekulationen aus
Übernacht ist in der Londoner Innenstadt eine rätselhafte 7,5 Meter hohe Statue aufgetaucht, die Spekulationen auslöst, es könnte sich um das neueste Werk des Street-Art-Künstlers Banksy handeln. Die Skulptur, die in der Waterloo Place steht, zieht bereits Scharen von Pendlern an, die Fotos machen und über ihre Herkunft diskutieren. Ihre markante politische Bildsprache entspricht dem bekannten Stil des Künstlers, doch eine offizielle Bestätigung steht noch aus.
Die Statue wurde in kürzester Zeit aus vorgefertigten Teilen montiert und thront nun direkt vor einer goldenen Athene-Statue an der Pall Mall. Sie zeigt einen Mann, der von einem Sockel steigt und dabei eine Fahne umklammert, die sein Gesicht verdeckt. Die Positionierung in der Nähe des Athenaeum Clubs und des Krimkriegsdenkmals verleiht dem Werk zusätzliche symbolische Bedeutung.
Banksy ist für seine unvermittelten, spektakulären Installationen an prominenten Orten bekannt. 2003 schmuggelte er sich als Rentner verkleidet in die Tate Britain, um dort ein nicht genehmigtes Kunstwerk zu platzieren. In jüngerer Zeit blieb er bei Werken wie einem Graffiti unter dem Centre-Point-Gebäude anonym, was die Authentizität oft zur Debatte stellt.
Die Identität des Künstlers ist seit Jahren streng gehütet. 2008 behauptete die Mail on Sunday, seinen wahren Namen als Robin Gunningham, einen gebürtigen Bristoler, enthüllt zu haben. Banksy bestätigt seine Werke in der Regel über seinen Instagram-Account, doch zu dieser neuesten Skulptur hat er sich bisher nicht geäußert.
Bereits am Mittwochmorgen begannen Passanten, die Statue zu dokumentieren, teilten Bilder und Theorien zu ihrer Bedeutung. Die Themen Protest und Anonymität, die das Werk aufgreift, spiegeln Banksys typischen Fokus auf politische und gesellschaftskritische Botschaften wider.
Das plötzliche Erscheinen der Skulptur hat die Diskussion über Banksys Methoden und Einfluss neu entfacht. Sollte sich die Urheberschaft bestätigen, wäre es ein weiteres Beispiel dafür, wie der Künstler öffentliche Räume nutzt, um zum Nachdenken anzuregen. Bis auf Weiteres bleibt das Werk unbestätigt – seine wahre Herkunft und sein Schicksal damit ungewiss.






