Neuer Castor-Transport in Ahaus trifft auf massiven Protest und Polizeipräsenz
Rolf-Peter ScheelNeuer Castor-Transport in Ahaus trifft auf massiven Protest und Polizeipräsenz
Ein einzelner Castor-Behälter mit atomarem Abfall traf am Mittwochmorgen im Zwischenlager Ahaus ein. Der Transport, der 170 Kilometer vom Forschungszentrum Jülich aus unterwegs war, stieß auf großangelegte Proteste entlang der Strecke. Die Polizei meldete keine Zwischenfälle während des streng überwachten Transports.
Der Konvoi verließ Jülich gegen 10 Uhr, begleitet von einem langen Zug von Demonstranten. Die Organisatoren, darunter die Aktivistin Hanna Poddig, hatten zuvor mit den Behörden verhandelt, um Protestierenden die Teilnahme mit Fahrrädern zu ermöglichen. Poddig kritisierte die anhaltenden Transporte und argumentierte, dass keine weiteren Lieferungen stattfinden sollten, bis Deutschland ein Endlager für die dauerhafte Entsorgung gefunden habe.
Der Atommüll erreichte die Anlage in Ahaus, die etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Dies war die zweite solche Lieferung seit 2022 – von den 152 genehmigten Castor-Behältern sind noch 151 übrig. Vor fast 28 Jahren wurde hier die erste große Sendung mit atomarem Abfall angeliefert.
Für die Sicherheit des Transports waren rund 2.400 Polizeibeamte im Einsatz. Der lokale Vertreter Patrick Schlüter nannte den Zeitpunkt der Lieferung "unglücklich". Innenminister Herbert Reul hingegen deutete an, dass sich durch wiederholte Transporte ein "Gewöhnungseffekt" einstellen könnte, betonte jedoch, dass nie mehr als drei Transporter gleichzeitig unterwegs sein würden.
Der Transport endete ohne Vorfälle, nachdem er monatelang geplant worden war und auf öffentlichen Widerstand gestoßen war. Die Behörden bereiten sich nun auf die verbleibenden 151 genehmigten Lieferungen in den kommenden Jahren vor. Das Zwischenlager in Ahaus bleibt vorerst eine Übergangslösung, während Deutschland nach einem dauerhaften Endlager sucht.






