Nitratbelastung in Mönchengladbach: Jeder sechste Brunnen überschreitet den Grenzwert
Jacqueline RöhrdanzNitratbelastung in Mönchengladbach: Jeder sechste Brunnen überschreitet den Grenzwert
Hohe Nitratwerte in privaten Brunnen von Mönchengladbach sorgen für Besorgnis über die Wasserqualität
In privaten Brunnen in Mönchengladbach wurden erhöhte Nitratwerte gemessen, was Fragen zur Sicherheit des Trinkwassers aufwirft. Eine aktuelle Studie ergab, dass jede sechste Probe den gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritt. Der höchste gemessene Wert lag bei 162 mg/l in einem Brunnen im Stadtteil Hehn – ein Weckruf, die landwirtschaftliche Belastung der Gewässer endlich einzudämmen.
Die Agrarlandschaft der Region ist geprägt von offenen, baumlosen Feldern, die 77 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmachen. Fachleute warnen, dass dieser Mangel an Vegetation die Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser verschärft. Ein Bündnis aus Agrar-Experten fordert nun, Deutschland solle auf Agroforstwirtschaft setzen – also das Anpflanzen von Bäumen zwischen Ackerkulturen –, um die Verschmutzung zu verringern, ohne die Erträge zu gefährden.
Agroforst-Systeme bieten eine praktikable Lösung, da sie überschüssiges Nitrat aufnehmen, bevor es ins Grundwasser gelangt. Bäume auf Äckern können die ausgschwemmten Nitrate binden und so die Belastung auf natürliche Weise senken. Gleichzeitig unterstützt dieser Ansatz Klimaziele und schützt die Artenvielfalt, wie der VSR-Gewässerschutz betont – eine Organisation, die sich seit 1980 für sauberes Wasser einsetzt.
Die EU-Nitratrichtlinie schreibt zwar bereits einen strengen Grenzwert von 50 mg/l vor, doch die Umsetzung bleibt problematisch. Der VSR-Gewässerschutz drängt die Bundesregierung nun, Agroforstwirtschaft durch Anreize als nachhaltige Alternative zu fördern. Die Methode könnte Landwirten helfen, die Vorgaben einzuhalten, ohne auf Erträge verzichten zu müssen.
Die Ergebnisse unterstreichen, wie dringend sich die Landwirtschaft ändern muss, um das Trinkwasser zu schützen. Agroforstwirtschaft könnte ein Weg sein, die Nitratbelastung zu reduzieren, ohne die Ernteerträge zu beeinträchtigen. Behörden und Landwirte stehen nun unter Druck, diese Strategie als langfristige Lösung zu prüfen.






