25 April 2026, 12:53

NRW investiert 10 Milliarden Euro – doch Kita-Kritik bleibt laut

Kinder sitzen an Tischen in einem Klassenzimmer mit Büchern und Stiften, mit Papieren an der Wand dahinter.

NRW investiert 10 Milliarden Euro – doch Kita-Kritik bleibt laut

Nordrhein-Westfalens Städte und Gemeinden erhalten 10 Milliarden Euro aus einem Bundesinfrastrukturfonds. Die Mittel, die Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und seine Stellvertreterin Mona Neubaur (Grüne) ankündigten, sollen Schulen, Kitas und Ganztagsangebote fördern. Kritiker halten die Investitionen jedoch für unzureichend, um den Bedarf in der frühen Kindheitsbildung zu decken.

Die Hälfte des 10-Milliarden-Fonds ist für den Bildungsbereich in NRW vorgesehen. Doch der familienpolitische Sprecher der SPD, Dennis Maelzer, kritisiert die Verteilung scharf als ungenügend. Er warnt, dass ohne weitere Mittel ein "Zwei-Klassen-System" entstehen könnte, in dem die Qualität der Kinderbetreuung von den lokalen Haushalten abhängt.

Maelzer übt auch Kritik an den anhaltenden Problemen mit dem Kinderbildungsgesetz (Kibiz), das er seit seiner Einführung 2008 als "Dauerbaustelle" bezeichnet. Besonders problematisch findet er das "Kernzeitenmodell", das es nicht pädagogisch qualifiziertem Personal erlaubt, Kinder außerhalb der regulären Betreuungszeiten zu beaufsichtigen.

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, schlägt Maelzer vor, die aktuellen Subventionen für verlängerte Öffnungszeiten der Kitas umzuwidmen. Stattdessen solle das Geld in die Ausbildung zusätzlicher Erzieherinnen und Erzieher fließen. Er fordert eine sofortige Erhöhung der Fördersätze für die praxisintegrierte Ausbildung – und nicht erst ab 2027, wie von der Landesregierung geplant.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die für den Bildungsbereich vorgesehenen 5 Milliarden Euro sind Teil eines umfassenden 10-Milliarden-Pakets für die Infrastruktur in NRW. Maelzer besteht jedoch darauf, dass mehr getan werden muss, um Ungleichheiten in der Kinderbetreuung zu vermeiden und die Qualifizierung von Fachkräften zu verbessern. Die von der Landesregierung geplante Erhöhung der Mittel liegt noch in weiter Ferne – die aktuellen Herausforderungen bleiben damit vorerst ungelöst.

Quelle