Oberhausen baut Autobahnbrücke in nur sieben Monaten – dank revolutionärer Technik
Jacqueline RöhrdanzOberhausen baut Autobahnbrücke in nur sieben Monaten – dank revolutionärer Technik
Autobahnbrücke in Oberhausen wird in Rekordzeit gebaut – mit bahnbrechender Methode
In Oberhausen entsteht eine Autobahnbrücke in Rekordzeit – dank einer revolutionären Bauweise. Statt der üblichen zwei Jahre dauert der Bau nur sieben Monate. Erstmals in Deutschland kommen dabei riesige vorgefertigte Betonsegmente zum Einsatz, jedes 42 Meter lang.
Die Methode wurde vom Bundesverkehrsministerium genehmigt, nachdem sie von Theo Reddemann entwickelt worden war, einem Ingenieur des Bauunternehmens Echterhoff mit Sitz in Osnabrück. Mit der neuen Technik soll die alternde Infrastruktur der Region modernisiert werden: Aktuell gilt jede dritte Brücke in Nordrhein-Westfalen als in schlechtem Zustand.
Die alte Brücke war im Januar 2023 abgerissen worden. Schon im Juli 2023 soll das erste Teilstück der neuen Konstruktion für den Verkehr freigegeben werden. Dieser zügige Fortschritt ist das Ergebnis jahrelanger Planung und behördlicher Prüfungen.
Herkömmlicher Brückenbau in Deutschland dauert oft bis zu 24 Monate. Die neue Methode verkürzt diesen Zeitrahmen drastisch, indem gigantische Betonfertigteile verwendet werden. Diese werden von zwei Spezialkranen in Position gebracht, wodurch die Anzahl der vor Ort notwendigen Verbindungen und Fugen deutlich reduziert wird.
Nordrhein-Westfalen steht vor einer wachsenden Infrastrukturherausforderung: Fast 9.000 Brücken gibt es im Land, viele davon in desolatem Zustand. Interaktive Karten zeigen, dass die Instandhaltungsbewertungen vieler Bauwerke zwischen 3,5 und 4,0 liegen – ein Indiz für mangelhafte Bausubstanz. Das Oberhausener Projekt könnte zum Vorbild für schnellere und effizientere Sanierungen in der Region werden.
Neben der Geschwindigkeit bietet die Methode weitere Vorteile: Sie verringert Lärmbelästigungen während der Bauarbeiten und minimiert langfristige Schäden durch Wasser oder strukturelle Belastungen. Sollte sich das Verfahren bewähren, könnte es bundesweit Schule machen.
Schon im Juli 2023, weniger als ein Jahr nach dem Abriss, werden die ersten Fahrzeuge die neue Brücke überqueren. Erweist sich die Fertigteil-Methode als erfolgreich, könnte sie zum Standard für künftige Sanierungen werden. Angesichts tausender maroder Brücken könnten schnellere Bauverfahren dazu beitragen, den Sanierungsstau in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus zu verringern.






