03 May 2026, 08:43

Pflegenotstand in NRW: Heime werben verzweifelt Fachkräfte aus dem Ausland an

Plakat zur Pflegeschwesterwoche 2020 mit zwei Fotos von Pflegern auf der linken Seite und dem Text "Mitgefühl, Expertise, Vertrauen" auf der rechten Seite sowie einem Logo in der rechten unteren Ecke.

Pflegenotstand in NRW: Heime werben verzweifelt Fachkräfte aus dem Ausland an

Pflegeheime in Nordrhein-Westfalen stehen vor wachsenden Herausforderungen, da die Nachfrage nach Langzeitpflege steigt. In Düsseldorf und Mönchengladbach ist mittlerweile jeder zehnte Einwohner auf Pflegeleistungen angewiesen – viele Einrichtungen werben daher gezielt Fachkräfte aus dem Ausland an. Der Personalmangel ist teilweise so gravierend, dass in einigen Fällen sogar Bewohner:innen bei einfachen Tätigkeiten mithelfen müssen.

Das Caritas-Pflegeheim in Mönchengladbach-Holt kämpft seit Langem mit chronischer Unterbesetzung. Viele Bewohner:innen haben einen hohen Pflegebedarf, und die Einrichtung führt eine lange Warteliste. Wiederholt hat der Personalmangel dazu geführt, dass Bewohner:innen bei kleinen Aufgaben aushelfen, um die Lücken zu schließen. Um die Situation zu entlasten, wurden kürzlich zwei neue Pflegekräfte aus den Philippinen eingestellt.

Mönchengladbach verzeichnet eine der höchsten Quoten pflegebedürftiger Menschen in der Region: Mehr als jeder Zehnte bezieht Leistungen aus der Pflegeversicherung. Dieser Trend hängt auch mit der Geschichte der Stadt als ehemaliges Industriezentrum zusammen, das einst von der Textilbranche geprägt war. Gleichzeitig werden fast 90 Prozent der Pflegebedürftigen im Kreis nicht in Heimen, sondern zu Hause versorgt.

Helmut Wallrafen vom Mönchengladbacher Sozialamt fordert stärkere familiäre Unterstützungsnetzwerke und eine bessere Verzahnung von professionellen und ehrenamtlichen Pflegekräften. Zudem setzt er sich für den Ausbau lokaler, nachbarschaftsbasierter Pflegeangebote ein, um den künftigen Bedarf zu decken. Prognosen zufolge könnte die Zahl der Pflegebedürftigen in der Region bis 2050 um ein Drittel steigen.

Auch in Düsseldorf, wo ebenfalls jeder zehnte Einwohner auf Langzeitpflege angewiesen ist, setzen Pflegeheime auf internationale Rekrutierung, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Dies ist Teil einer breiteren Strategie, um qualifiziertes Personal zu gewinnen – denn die Nachfrage übersteigt bei Weitem das lokale Arbeitskräfteangebot.

Die Belastung der Pflegedienste in Düsseldorf und Mönchengladbach unterstreicht den dringenden Bedarf an nachhaltigen Lösungen. Immer mehr Einrichtungen sind auf ausländische Fachkräfte angewiesen, während Kommunen gleichzeitig auf eine bessere Einbindung von Ehrenamtlichen und Angehörigen drängen. Angesichts weiter steigender Zahlen von Pflegebedürftigen wird das System in den kommenden Jahrzehnten zusätzlich unter Druck geraten.

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