Sicherheitslücke bei Castor-Transport: Atomabfall-Route kurz öffentlich einsehbar
Jacqueline RöhrdanzSicherheitslücke bei Castor-Transport: Atomabfall-Route kurz öffentlich einsehbar
Ein geplanter Transport von Atomabfällen in Deutschland hat Sicherheitsbedenken ausgelöst, nachdem die Transportrouten kurzzeitig öffentlich einsehbar waren. Die Details wurden online veröffentlicht, bevor sie wieder entfernt wurden, und gaben dabei eine Drohnenflugverbotszone entlang der geplanten Strecke preis. Solche Routen gelten als vertrauliche Informationen, doch die Daten waren vorübergehend für jeden zugänglich, der die offizielle Luftfahrtplattform aufrief.
Bei dem Transport handelt es sich um Brennstäbe aus einem stillgelegten Forschungsreaktor, der bereits 1988 abgeschaltet wurde. Die Stäbe sollen zu einem Zwischenlager in Ahaus gebracht werden. Die Strecke umfasst etwa 170 Kilometer und führt von Jülich aus durch Nordrhein-Westfalen.
Am Mittwochabend zeigte die Digitale Plattform für unbemannte Luftfahrt des Bundesverkehrsministeriums (dipul.de) eine Drohnen-Sperrzone entlang von Autobahnen an, die mit der Route des Castor-Transporters übereinstimmte. Die Informationen blieben bis Donnerstag sichtbar, bevor sie gelöscht wurden. Eine offizielle Begründung für die Entfernung liegt bisher nicht vor.
Trotz des Datenlecks wurden keine konkreten Sicherheitsvorkehrungen für den Transport öffentlich bestätigt. Das Bundesverkehrsministerium hat keine Details zu Schutzmaßnahmen für die Lieferung zwischen Jülich und Ahaus genannt.
Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherung sensibler Transportdaten auf. Zwar wurde die Flugverbotszone wieder entfernt, doch die kurze Veröffentlichung wirft Zweifel an der Einhaltung der Protokolle auf. Der Transport bleibt wie geplant terminiert, während die genaue Route nun erneut als geheim eingestuft wird.






