Solingens Kirchen stehen vor dem Aus – SPD sucht Lösungen mit Arbeitsgruppe
Iwona RoggeSolingens Kirchen stehen vor dem Aus – SPD sucht Lösungen mit Arbeitsgruppe
Die SPD-Fraktion in Solingen hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um lokale Kirchengemeinden zu unterstützen, die vor schwierigen Entscheidungen über ihre Zukunft stehen. Bis 2035 werden 13 Kirchen und neun Gemeinschaftszentren überprüft – die Initiative zielt darauf ab, eine enge Zusammenarbeit zwischen politischen Verantwortungsträgern und religiösen Einrichtungen zu fördern. Hintergrund ist die wachsende Sorge, wie mögliche Schließungen die Stadtteile, soziale Dienstleistungen und das kulturelle Leben in der gesamten Stadt beeinflussen könnten.
Das erste Treffen der Arbeitsgruppe stieß auf breite Beteiligung sowohl von evangelischen als auch katholischen Vertretern und signalisierte damit großes Interesse an einer gemeinsamen Lösungsfindung. Besonders betroffen sind unter anderem die Christuskirche mit ihrem Gemeinschaftszentrum Rupelrath, die Evangelische Kirche Mangenberg mit der Corinthstraße-Halle sowie die Evangelische Stadtkirche Mitte, die einer besonderen Betrachtung bedarf. Florian Pinnow, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, betonte, dass Kirchen eine zentrale Rolle in den Stadtteilen spielten, da sie unverzichtbare soziale und kulturelle Unterstützung böten.
Die Gruppe sieht ihre Aufgabe darin, als Vermittlerin zwischen den Kirchen und der Stadtpolitik zu wirken – eine Rolle, die sowohl vom Evangelischen Kirchenkreis-Synodalvorstand als auch vom Katholischen Stadtrat begrüßt wird. Zu den zentralen Themen gehören Bauvorschriften für die Umnutzung von Kirchengebäuden sowie mögliche Folgen für soziale Netzwerke, falls Gemeinschaftszentren geschlossen werden. Eine kürzliche Informationsveranstaltung in der Stadtkirche unterstrich zusätzlich die Dringlichkeit des Themas: Viele Anwohner äußerten tiefe Besorgnis über die anstehenden Veränderungen.
Die SPD hat zugesagt, sich weiterhin aktiv in die Diskussionen einzubringen, da die Zukunft dieser Gebäude das städtische Gefüge Solingens auf Jahre hinaus prägen wird. Im Fokus steht dabei, dass Entscheidungen sowohl praktische Aspekte als auch gesamtgesellschaftliche Auswirkungen berücksichtigen – von der Stadtplanung bis hin zum Erhalt lokaler Traditionen.
Die Gründung der Arbeitsgruppe ist eine direkte Reaktion auf die Herausforderungen, vor denen Solingens Kirchen und Gemeinschaftsräume stehen. Durch den Austausch zwischen religiösen und politischen Akteuren will die SPD dazu beitragen, dass Entscheidungen getroffen werden, die praktische Notwendigkeiten mit dem sozialen Zusammenhalt der Stadt in Einklang bringen. Weitere Treffen und öffentliche Anhörungen sind im Verlauf des Prozesses geplant.
SPD-Arbeitsgruppe enthüllt vorläufige Pläne für Kirchenschließungen
Die von der SPD geführte Arbeitsgruppe hat erste Vorschläge veröffentlicht, welche Solinger Kirchen bis 2035 geschlossen werden könnten. Vier Kirchen und drei Gemeindezentren - Ohligs, Dorp und Gräfrath - sollen offen bleiben. Allerdings droht Merscheid, Widdert und Ketzberg mit Schließung. Die Lutherkirche wird nach 2030 keine regelmäßigen Gottesdienste mehr abhalten. Die endgültige Entscheidung liegt bei der Synode, die für den März 14 angesetzt ist, und einer vollständigen Abstimmung bis Ende 2027.






