Warum Deutschlands Goldreserven im Ausland für hitzige Debatten sorgen
Rolf-Peter ScheelWarum Deutschlands Goldreserven im Ausland für hitzige Debatten sorgen
Deutschland lagert Goldreserven im Wert von 177 Milliarden Euro im Ausland – Debatte über Sicherheit entfacht
Die Bundesbank hält derzeit 1.641 Tonnen Gold im Ausland – davon 1.236 Tonnen in New York und 405 Tonnen in London. Angesichts wachsender Bedenken hinsichtlich Kontrahentenrisiken und sich verschärfender geopolitischer Spannungen mehren sich die Forderungen nach einer Rückholung der Reserven.
Doch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel wies die Sorgen zurück und betonte sein volles Vertrauen in die Unabhängigkeit der US-Notenbank.
Die Frage nach im Ausland gelagertem Gold ist seit langem mit nationaler Souveränität und finanzieller Sicherheit verknüpft. Ein Jahrhundert altes Zitat – "Gold ist Geld; alles andere ist Kredit" – erlebt eine Renaissance, während Regierungen mit steigenden Schulden und Instabilität kämpfen. Der Spruch, 1912 von J.P. Morgan geprägt, unterstreicht die einzigartige Rolle von Gold als Vermögenswert, der frei von Kontrahentenrisiken ist.
Aktuelle Ereignisse haben der Debatte neue Dringlichkeit verliehen. Der spektakuläre Überfall auf eine Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen 2023 offenbarten selbst bei versicherten Banktresoren Schwachstellen. Gleichzeitig haben die stark gestiegenen Goldpreise der vergangenen 20 Jahre die Risiken für Anleger in "Papiergold"-Produkten wie Xetra-Gold oder Euwax-Gold erhöht. Im schlimmsten Fall – etwa bei einer Insolvenz des Emittenten – könnten Investoren ihr gesamtes Kapital verlieren.
Die Rufe nach Rückführung des Goldes halten an, besonders wenn die Preise weiter steigen oder sich die deutsch-amerikanischen Beziehungen verschlechtern. Doch Nagel bleibt unnachgiebig: Die Bundesbank sehe keinen Anlass, die Reserven umzulagern, und vertraue weiterhin auf die langjährige Zuverlässigkeit der Federal Reserve.
Der Reiz von Gold liegt in seiner Unabhängigkeit vom Finanzsystem. Im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen benötigt es keine Garantien Dritter und bietet damit einen Schutz gegen wirtschaftliche und politische Unsicherheiten.
Die Goldbestände der Bundesbank bleiben auf New York, London und Frankfurt verteilt. Zwar halten die Forderungen nach Repatriierung an, doch die Verantwortlichen stehen weiterhin hinter ihrer aktuellen Lagerstrategie. Die Debatte wirft jedoch grundlegendere Fragen auf – über Vertrauen, Sicherheit und die Zukunft der globalen Finanzordnung.
Political pressure mounts as EU leader calls for gold repatriation
Recent developments show growing political tension over Germany's gold reserves. Key points:
- EU Defense Committee chair Marie-Agnes Strack-Zimmermann urged moving New York-stored gold in October 2025, citing Trump-era policy risks.
- Bundesbank President Joachim Nagel reaffirmed confidence in Fed security at the 2025 IMF meeting, maintaining his 2026 position.
- Strategic gold storage in New York since the 1960s remains unchanged despite modern geopolitical concerns.





