19 April 2026, 12:33

Wie eine alte Druckerpresse Dresdens Kunstszene revolutionierte

Schwarz-weiß-Zeichnung der Schlosshof-Gebäudefassade in Dresden, Deutschland, mit zahlreichen Fenstern und Statuen auf ihrem Dach, skizziert auf einem Blatt Papier mit sichtbarem Text.

Wie eine alte Druckerpresse Dresdens Kunstszene revolutionierte

Ende der 1970er Jahre verwandelte eine Gruppe von Künstlern in Dresden eine einfache Druckerpresse in ein kreatives Zentrum. Was als Suche nach anspruchsvolleren Projekten begann, entwickelte sich bald zur Dresdner Obergrabenpresse – einem Kollektiv, das Kunst, Druckhandwerk und Ausstellungen unter einem Dach vereinte. Die Initiative brachte Maler, Drucker und Theoretiker zusammen, die jeweils ihr Können und ihre Ideen in eine gemeinsame Vision einbrachten.

Die Geschichte begann mit Jochen Lorenz, einem Drucker, der mit der Routine seiner Arbeit unzufrieden war. Seine Tätigkeit bestand darin, Fahrpläne für die Deutsche Reichsbahn zu drucken – doch er sehnte sich nach mehr. Zur gleichen Zeit gründete A.R. Penck 1971 gemeinsam mit anderen die Künstlervereinigung "Lücke", die sich jedoch fünf Jahre später wieder auflöste. Bis dahin hatte Penck bereits seine Theorie "Vom Untergrund zum Oberground" entwickelt – ein Konzept, das später die Ausrichtung des Kollektivs prägen sollte.

1976 stießen Eberhard Göschel und Peter Herrmann zur Arbeitsgruppe im Leonhardi-Museum. Zwei Jahre später bezog Göschel ein größeres Atelier, wodurch eine Dreizimmerwohnung für Experimente frei wurde. Herrmann besaß eine italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908, die Bernhard Theilmann sorgfältig restaurierte. Diese Ressourcen – Raum, Ausstattung und gemeinsamer Ehrgeiz – bildeten das Fundament für die spätere Dresdner Obergrabenpresse.

Das Kollektiv entwickelte sich zu einer Vereinigung von Künstlern, einer Druckwerkstatt, einem Verlag und einer Galerie. Seine Mitglieder verbanden handwerkliches Können mit kreativem Antrieb und schufen so einen Ort, an dem Ideen gedruckt, ausgestellt und diskutiert werden konnten.

Die Dresdner Obergrabenpresse entstand aus einer Mischung praktischer Notwendigkeiten und künstlerischer Ambition. Sie bot eine Plattform für Zusammenarbeit, auf der Drucktechnik und zeitgenössische Kunst aufeinandertrafen. Ihr Vermächtnis liegt darin, verschiedene Disziplinen unter einem Dach vereint und die Dresdner Kulturszene nachhaltig geprägt zu haben.

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