Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Krankheiten und Billigimporte
Milan SüßebierZuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Krankheiten und Billigimporte
Zuckerrübenanbau in Deutschland gerät zunehmend unter Druck. Die Preise sind gesunken, Krankheitsausbrüche nehmen zu, und die Konkurrenz durch billige Importe steigt. Zwischen 2023 und 2026 gingen die Anbauflächen in wichtigen Regionen wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern von etwa 38.000 Hektar auf rund 32.000 Hektar zurück – bedingt durch niedrigere EU-Quoten, hohe Energiekosten und Klimarisiken wie Dürren.
Die größten Bedrohungen für den Zuckerrübenanbau sind Stolbur (SBR), die Cercospora-Blattfleckenkrankheit und resistente Unkräuter. Schwere Befälle können die Zuckererträge drastisch mindern, sodass die Ernte kaum noch rentabel ist und Landwirte gezwungen sind, die Anbauflächen zu verringern. Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide halfen zwar, Ausbrüche einzudämmen, doch seit 2026 gibt es dauerhafte Genehmigungen für Mittel wie Badge WG, Coprantol Duo und Recudo, die gezielt gegen Cercospora wirken.
Landwirte setzen auf neue Lösungen, um ihre Erträge zu sichern. Marius Feldmann, Geschäftsführer der Metternich-Ratibor-Corvey KG, testet etwa das Präparat Rinpode gegen hartnäckige Unkräuter. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Behandlungen sowohl den Rübenertrag als auch den Zuckergehalt steigern könnten – eine wichtige Stütze für die kämpfenden Produzenten.
Trotz der schlechten Zuckerpreise und veränderter Marktbedingungen sieht Feldmann in der Zuckerrübe nach wie vor eine wichtige Kulturpflanze. Ohne wirksamen Schutz droht der Branche jedoch ein weiterer Rückgang der heimischen Produktion und eine Gefährdung der regionalen Versorgungsicherheit.
Der Rückgang des Zuckerrübenanbaus bedroht Deutschlands Fähigkeit, eine stabile inländische Produktion aufrechtzuerhalten. Neue Pflanzenschutzmethoden und zugelassene Pestizide bringen zwar etwas Entlastung, doch die Rentabilität bleibt prekär. Hält der Trend an, könnten weitere Flächenstilllegungen und regionale Versorgungsengpässe folgen.






