08 February 2026, 11:15

35 Jahre Geisterparade: Köln feiert mit Protest und Karneval gegen Wohnungsnot

Ein Tag der Toten-Umzug in Mexiko-Stadt mit Menschen in Kostümen, die Schirme halten und Skelette, Gebäude, Bäume und Laternen im Hintergrund sowie Text unten auf dem Bild.

35 Jahre Geisterparade: Köln feiert mit Protest und Karneval gegen Wohnungsnot

Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit Protest und Karnevalsstimmung auf Kölner Straßen

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Mit einer lebendigen Mischung aus politischem Aktivismus und Festtagsstimmung hat die Kölner Geisterparade ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert. Tausende zogen durch die Kölner Straßen und verbanden gesellschaftliches Engagement mit karnevalistischem Treiben. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand die Wohnungsnot in der Domstadt – ein drängendes Problem für viele Kölner Einwohner.

Was in den frühen 1990er-Jahren als politische Demonstration begann und sich zunächst mit Themen des Kalten Krieges beschäftigte, hat sich über die Jahrzehnte hin zu aktuellen Herausforderungen gewandelt: Klimawandel, Migration und soziale Ungleichheit prägen heute die Agenda. Seit den 2010er-Jahren rückt die Parade zudem lokale Kölner Themen in den Fokus, ohne die übergeordneten deutschen Debatten aus den Augen zu verlieren.

An der Spitze des Umzugs marschierte Erich Hermans, verkleidet als Ähzebär und mit einem selbstgebastelten Rummelpot in der Hand. 1993 hatte er – zwei Jahre nach der ersten Geisterparade – den Verein Ähzebär un Ko e.V. mitgegründet. Hinter ihm präsentierten die Teilnehmer aufwendige Kostüme und Plakate, viele mit Bezug zur Wohnungsfrage und Slogans wie "Miethai" oder "Kauf doch—Loll".

Kreative Wagen bereicherten das Spektakel, darunter die "Schnappviecher" und ein riesiger Tintenfisch aus Plastikflaschen. Geister, Hexen, Totenschädel und Fabelwesen füllten die Kölner Straßen und verkörperten den einzigartigen Mix aus Protest und Fantasie. Anders als in den Vorjahren verzichtete die Jubiläumsausgabe auf die übliche Abschlusskundgebung und endete stattdessen mit einem Fest im Kölner Odonien. Eine Live-Band spielte auf, während die Menge die mystische Atmosphäre genoss.

Die 35. Geisterparade lenkte den Blick auf die Wohnungsproblematik in Köln und bewahrte zugleich ihre Tradition als Plattform für gesellschaftliches Engagement. Mit Tausenden Teilnehmern festigte die Veranstaltung ihren Ruf als politische Statement und Gemeinschaftsfeier gleichermaßen. Veranstalter und Aktivisten nutzten den Anlass, um Forderungen nach Veränderungen in der lokalen Kölner Politik zu unterstreichen.