AfD gründet neue Jugendorganisation – und rückt damit weiter nach rechts
Rolf-Peter ScheelAfD gründet neue Jugendorganisation – und rückt damit weiter nach rechts
Die rechtspopulistische AfD bereitet die Gründung einer neuen Jugendorganisation, Generation Deutschland, bis Ende November vor. Diese soll die umstrittene Junge Alternative ersetzen und erste Anzeichen deuten darauf hin, dass sie noch weiter nach rechts rücken wird, was die bestehenden Spannungen innerhalb der AfD vertiefen könnte.
In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist der AfD-Landesverband bereits gespalten, was die Ausrichtung der neuen Jugendorganisation betrifft. Hardliner mit Verbindungen in rechtsextreme Netzwerke unterstützen ihren eigenen Kandidaten für die Führung der Gruppe. Einige in der NRW-Führung hatten zunächst gehofft, der Relaunch würde mehr Kontrolle und weniger Konflikte bringen. Doch stattdessen scheint die neue Organisation die Autorität des Landesvorsitzenden herauszufordern.
Die scheinbare Geschlossenheit von Generation Deutschland überdeckt anhaltende Spannungen. Viele ehemalige Mitglieder der Jungen Alternative sind in die neue Organisation gewechselt und vertreten weiterhin extremistische Positionen. Jean-Pascal Hohm, eine prägende Figur, die voraussichtlich die Jugendorganisation führen wird, ist für seine radikalen Ansichten bekannt. Seine Nähe zu den rechtsextremen Kräften der Partei statt zur Landesführung deutet auf weitere Konflikte hin. Die Berliner Parteispitze zeigt sich seit Monaten zunehmend tolerant gegenüber rechtsextremen Ideologien. Diese Entwicklung hat den Jugendverband ermutigt, den Vorstoß der Führung nach einem gemäßigteren Kurs abzulehnen. Die Folge könnte sein, dass die gesamte Partei noch weiter nach rechts rückt – besonders in NRW, wo die inneren Machtkämpfe bereits besonders heftig sind.
Die Gründung von Generation Deutschland dürfte die internen Konflikte der AfD weiter verschärfen. Die kompromisslose Haltung der Jugendorganisation wird die Fähigkeit des NRW-Vorsitzenden auf die Probe stellen, die Kontrolle zu behalten. Da die nationale Parteiführung extremistische Positionen zunehmend duldet, könnte die neue Gruppe den Rechtsruck der AfD noch beschleunigen.
