20 December 2025, 18:35

AfD: Keine Fingerhakeln für die BRD

Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer KriegsSzene mit Text darüber.

AfD: Keine Fingerhakeln für die BRD

AfD: Kein Fingerkrümmen für die BRD

Teaser: Seit der Abstimmung über das Wehrdienstmodernisierungsgesetz gibt es in der AfD Streit über das Verhältnis der Partei zum Militär. Ein Bundestagsabgeordneter erhielt einen Verweis – weil er Björn Höcke kritisiert hatte.

17. Dezember 2025, 06:16 Uhr

Ein erbitterter Streit über die Bundeswehr hat die tiefen Gräben innerhalb der AfD offenbart. Die jüngste Ablehnung des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes durch die Partei löste interne Machtkämpfe aus, bei denen es um Patriotismus, Wehrpflicht und die Zukunft der Bundeswehr geht. Ein hochrangiges Mitglied wurde sogar offiziell gerügt, nachdem es einen führenden Parteivertreter öffentlich kritisiert hatte.

Der Konflikt eskalierte, nachdem die AfD den Regierungsentwurf zur Militärreform abgelehnt hatte. Viele ehemalige Soldaten, die auf die Unterstützung der Partei gehofft hatten, reagierten enttäuscht. Innerhalb der AfD formierten sich zwei Hauptflügel: Der eine befürwortet die Wehrpflicht und eine stärkere Bundeswehr, der andere strebt radikale Veränderungen an – oder gar die Abschaffung des bestehenden Staates.

Der AfD-Abgeordnete Rüdiger Lucassen griff Björn Höcke öffentlich an und warf ihm vor, die Unterstützung für die Bundeswehr zu untergraben. Lucassen behauptete, Höcke habe erklärt, Deutschland sei es nicht mehr wert, dafür zu kämpfen. Höcke konterte, er werde das deutsche Volk verteidigen – nicht aber die bestehende Bundesrepublik. Diese Unterscheidung zwischen Nation und demokratischen Institutionen spiegelt eine grundsätzliche ideologische Spaltung in der Partei wider. Höcke und seine Anhänger, die zur sogenannten Neuen Rechten zählen, fordern Loyalität zum ethnisch definierten Volk, nicht zum Staat. Eine dritte Gruppe um den Verleger Götz Kubitschek und seinen Antaios-Verlag lehnt die demokratische Wehrpflicht grundsätzlich ab. Stattdessen propagieren sie eine militarisierte, ethnisch homogene Gesellschaft und stilisieren Liberalismus und Migration zu existenziellen Bedrohungen. Kubitscheks Forderungen nach einer kulturellen und intellektuellen Mobilmachung gegen den Pluralismus werden dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet.

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Lucassen und der Abgeordnete Gerold Otten vertreten einen traditionell-konservativen Flügel. Sie setzen auf eine Rückkehr zum alten bundesdeutschen Modell und suchen mögliche Bündnisse mit der CDU. Doch diese Haltung bringt sie in Konflikt mit Höckes Lager, das die heutige Republik als illegitim ablehnt. Die Parteiführung rügte Lucassen schließlich für seinen öffentlichen Angriff auf Höcke – ein weiterer Beleg für den internen Machtkampf.

Die AfD bleibt zerrissen zwischen denen, die den Staat reformieren wollen, und denen, die ihn abschaffen möchten. Die Debatte um die Bundeswehr hat diese Spannungen schonungslos offengelegt – eine Lösung ist nicht in Sicht. Vorerst bleibt die Haltung der Partei in Verteidigungspolitik und Deutschlands Zukunft uneinheitlich.