Breitachklamm: Warum Kinder die Eiswelt gefährden – und niemand eingreift
Rolf-Peter ScheelBreitachklamm: Warum Kinder die Eiswelt gefährden – und niemand eingreift
Die Breitachklamm – ein 150 Meter tiefer Canyon bei Oberstdorf – bleibt ein beliebtes Ausflugsziel dank ihrer beeindruckenden Naturschönheit. Im Winter ziehen besonders die Eisformationen Besucher an, doch jüngste Vorfälle haben Sorgen um die Zerstörung der Landschaft geweckt. Erst kürzlich wurden zwei Kinder dabei beobachtet, wie sie Eiszapfen abbrachen und warfen, was eine Debatte über das Verhalten der Besucher auslöste.
Die Schlucht entstand vor etwa 10.000 Jahren, als der Breitachgletscher den Schrattenkalk des Engenkopfs durchschnitt. Seit 1905 ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich – eine Initiative des Tiefenbacher Pfarrers Johannes Schiebel. Heute können Besucher mehrere Rundwanderwege ab Oberstdorf-Tiefenbach oder vom Kleinwalsertal aus erkunden.
Der Eintritt kostet 9 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder. Während die meisten das kühle Sommerklima oder die winterlichen Eisskulpturen genießen, sorgte kürzlich ein Reddit-Beitrag für Aufsehen, in dem sich Nutzer über Besucher ärgerten, die das Eis beschädigten. Mitarbeiter betonen zwar, dass das Abbrechen von Eiszapfen ein eher geringfügiges Problem sei, würden aber einschreiten, falls es zu größeren Zerstörungen komme.
Bei dem jüngsten Vorfall wurden zwei Kinder dabei beobachtet, wie sie Eiszapfen von den Felswänden rissen und damit warfen. Die Eltern griffen nicht ein. Die Verwaltung spielt das Problem jedoch herunter und erklärt, es bestehe keine ernsthafte Gefahr für die natürliche Beschaffenheit der Klamm.
Die Breitachklamm zieht ganzjährig Besucher an, besonders beliebt ist sie im Winter wegen ihrer eisigen Landschaft. Zwar kommt es vereinzelt zu Schäden, doch das Personal überwacht das Gebiet und schreitet bei Bedarf ein. Offizielle Besucherzahlen für 2026 liegen bisher noch nicht vor.
