„Der Frieden“ im Schlosspark Theater: Antike Satire trifft auf Berliner Witz
Rolf-Peter Scheel„Der Frieden“ im Schlosspark Theater: Antike Satire trifft auf Berliner Witz
Der Frieden im Schlosspark Theater Berlin – Ein großer Mörser, der alles vereint**
Mit einem über 2.000 Jahre alten Stück beginnt die Ära der „radikalen Gegenwart“ der neuen Theaterleitung. Aristophanes’ „Der Frieden“ im Schlosspark Theater Berlin bietet nicht nur aktuelle Witze, sondern auch zeitlose Unterhaltung und ein starkes Ensemble – auf und hinter der Bühne.
Das Schlosspark Theater Berlin hat seine neue Spielzeit mit einer mutigen Inszenierung von Aristophanes’ „Der Frieden“ eröffnet – einer Komödie, die trotz ihres antiken Ursprungs erstaunlich modern wirkt. Unter der Regie von Regine Ahrem verbindet die Produktion antike Satire mit scharfem zeitgenössischem Humor: von Witzen über die Deutsche Bahn bis zu Seitenhieben auf die FDP. Bei der Premiere belohnte das Publikum die mitreißende Aufführung mit stehenden Ovationen.
Den Auftakt bildet ein Stand-up-Monolog, der den Ton für einen Abend voller Witz und Respektlosigkeit setzt. Die Newcomerin Clara Pinheiro Walla betritt die Bühne und kündigt das Stück als „Erklärung des Krieges“ an – eine spielerische Abwandlung des Originaltitels. Das Bühnenbild ist dabei ebenso auffällig wie symbolträchtig: Eine mit Kompost bedeckte Fläche, überragt von einem gewaltigen Mörser, steht für den ewigen Kreislauf von Zerstörung und Neuanfang.
Die Inszenierung markiert einen gelungenen Start für das Schlosspark Theater Berlin unter seiner neuen Leitung. Indem das Team den antiken Text für ein heutiges Publikum neu interpretiert, ist eine Komödie entstanden, die nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Mit scharfsinnigen Darstellungen, einer kühnen Bühnenbildsprache und ansteckender Energie setzt „Der Frieden“ Maßstäbe für die kommenden Spielzeiten.
