Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
Rolf-Peter ScheelDigitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang
Solingen – Nach über einem Jahr Stillstand gibt es endlich Bewegung bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 verständigt. In Solingen wird die Entscheidung grundsätzlich begrüßt – von Euphorie ist jedoch wenig zu spüren. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu viele Geräte liegen seit Langem kaputt in den Regalen.
Die Bundesregierung und die Länder haben den DigitalPakt 2.0 besiegelt – ein 5-Milliarden-Euro-Programm, das die digitale Bildung an Schulen modernisieren soll. Zwar bietet die Förderung fünf Jahre Planungssicherheit, doch Kritiker monieren, dass sie die langjährigen Probleme in Städten wie Solingen nicht ausreichend löst. Dort behindern defekte Technik und veraltete Infrastruktur seit Jahren den Unterricht.
Das neue Abkommen soll Schulen mit aktueller Technik und digitalen Werkzeugen ausstatten. Allerdings fällt das Budget deutlich geringer aus als beim ersten DigitalPakt. Zudem können die Länder ihre Eigenanteile verringern, indem sie sie mit Bundesmitteln verrechnen. Dieser Ansatz stößt bei Pädagogen und Kommunalpolitikern auf Skepsis.
In Solingen wird die Entscheidung mit verhaltener Zustimmung, aber wenig Begeisterung aufgenommen. Viele Geräte in den Schulen sind seit Monaten defekt oder ungenutzt und stören den Unterrichtsablauf. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) warnt, dass der bloße Austausch von Hardware nicht ausreiche: Schulen bräuchten moderne Lehrmethoden, KI-taugliche Systeme und eine fundierte Fortbildung der Lehrkräfte. Der VBE fordert eine schnellere, weniger bürokratische Verteilung der Mittel mit klaren Vorgaben, wofür das Geld eingesetzt werden soll. Zudem plädiert er für frühzeitige Gespräche über einen DigitalPakt 3.0, um erneute Finanzierungslücken zu vermeiden. Bildungsfachleute betonen, dass digitales Lernen als dauerhafte Aufgabe und nicht als zeitlich begrenztes Projekt behandelt werden müsse.
Der DigitalPakt 2.0 sieht zwar eine fünfjährige Förderplanung vor, doch das gekürzte Budget und die Abhängigkeit von Länder-Kofinanzierung wecken Bedenken. Schulen wie die in Solingen stehen weiterhin vor großen Herausforderungen – von defekter Hardware bis hin zum Bedarf an modernen Unterrichtskonzepten. Der Erfolg des Programms wird davon abhängen, wie zügig und zielgerichtet die Gelder fließen.
