12 February 2026, 05:27

Dramé-Brüder droht Abschiebung trotz laufender Berufung im Polizeischuss-Fall

Eine Gruppe von Menschen, einige mit Taschen, geht eine Schotterstraße entlang mit einem Hund und einem von Pferden gezogenen Wagen, mit Häusern und einem klaren Himmel im Hintergrund; Text unten lautet "Deutsche Flüchtlinge in Deutschland".

Dramé-Brüder droht Abschiebung trotz laufender Berufung im Polizeischuss-Fall

Zwei Brüder, die in die juristischen Auseinandersetzungen um die tödliche Polizeierschießung ihres Bruders in Dortmund verwickelt sind, stehen nun vor der Abschiebung. Das Ausländeramt lehnte ihren Antrag auf Verlängerung ihres Aufenthalts in Deutschland ab, sodass ihre Zukunft in Deutschland ungewiss ist. Ihre Aufenthaltserlaubnisse liefen am 31. Januar 2026 aus – trotz laufender Berufungsverfahren in dem Fall.

Die Brüder Sidy und Lassana Dramé sind seit dem Tod von Mouhamed Lamine Dramé bei einem Polizeieinsatz am 8. August 2022 zentrale Figuren in den juristischen Nachwehen des Falls. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Brüder legten gegen den Freispruch der beteiligten Beamten Berufung ein; der Fall landet nun vor dem Bundesgerichtshof (BGH). Sollte ihre Revision Erfolg haben, wollen sie sich an weiteren Verfahren in Deutschland beteiligen.

Das Ausländeramt hatte ihre Aufenthaltsgenehmigungen zunächst eingeschränkt und ihre Pässe eingezogen, doch die Brüder setzten sich erfolgreich gegen diese Entscheidung zur Wehr. Nun sieht die Behörde jedoch keinen triftigen Grund mehr für eine Verlängerung ihres Aufenthalts in Deutschland. Die Brüder argumentieren, der Polizeieinsatz sei fehlerhaft gewesen und hätte professionelle Unterstützung erfordern müssen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Unterstützer, darunter der Verein Welthaus Dortmund e.V., setzen sich für ihren Verbleib in Deutschland ein. In einem offenen Brief und einer Online-Petition fordern sie dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse – mit Verweis auf ihre Rolle in der politischen und juristischen Aufarbeitung des Schusswaffeneinsatzes. Zudem haben sie sich in Deutschland ein Leben aufgebaut, was die Forderungen nach ihrem Bleiberecht in Deutschland untermauert.

Stand Februar 2026 hat lediglich die Stadt Dormagen öffentlich über eine Umbenennung einer Straße oder eines Platzes zu Ehren von Mouhamed Lamine Dramé diskutiert. Andere deutsche Kommunen sind diesem Beispiel bisher nicht gefolgt.

Die Brüder blicken nun einer ungewissen Zukunft entgegen, während ihr juristischer Kampf weitergeht. Ohne gültige Papiere hängt ihr Verbleib in Deutschland von weiteren rechtlichen oder politischen Schritten ab. Die Entscheidung über ihre Revision beim BGH wird darüber entscheiden, ob sie weiterhin am Verfahren mitwirken können.