Ford bremst E-Auto-Pläne in Europa – Kölner Werk kämpft ums Überleben
Rolf-Peter ScheelFord bremst E-Auto-Pläne in Europa – Kölner Werk kämpft ums Überleben
Fords europäisches Geschäft steht vor großen Herausforderungen, da der Konzern seine Pläne für Elektrofahrzeuge zurückfährt. Das Werk in Köln, das einst für eine Jahresproduktion von 250.000 Fahrzeugen ausgelegt war, läuft derzeit nur mit 26 Prozent Auslastung – weit unter der Rentabilitätsgrenze. Gleichzeitig gehen die Stellenstreichungen weiter: Seit 2020 wurden 20.000 Arbeitsplätze abgebaut, und bis 2027 sollen weitere 3.700 folgen.
Die Probleme von Ford in Europa begannen mit der schwachen Nachfrage nach seinen Elektroautos, die auf der MEB-Plattform von Volkswagen basieren und nicht auf eigener Technologie. Das Unternehmen stellte das Kölner Werk bis 2024 auf rein elektrische Modelle wie den Explorer und den Capri um, doch die Verkaufszahlen blieben enttäuschend.
Mitte Dezember passte Konzernchef Jim Farley die Strategie von Ford an die geänderte US-Politik unter Donald Trump an, darunter die Streichung von Steuervergünstigungen für Elektroautos. Zudem strich das Unternehmen die Pläne für eine zweite Generation von US-Elektrofahrzeugen und schrieb dabei 19,5 Milliarden Dollar ab. Fords Marktanteil in Europa ist inzwischen auf knapp über drei Prozent geschrumpft.
Um Kosten zu sparen, drohte Ford, die Bürgschaften für Schulden seiner deutschen Tochtergesellschaft zu streichen, was diese in die Insolvenzgefährdung trieb und Arbeitsplatzgarantien riskierte. Nun setzt der Konzern auf eine Partnerschaft mit Renault und nutzt ab 2028 die Ampere-Plattform des französischen Herstellers für die Produktion günstiger Elektroautos. Diese Fahrzeuge werden jedoch in Frankreich und nicht in Köln gefertigt.
Die Gewerkschaften bleiben skeptisch und fürchten eine Wiederholung der Übernahme von Opel durch Peugeot und die spätere Eingliederung in Stellantis. Die Ford-Führung hat eingeräumt, dass ein schrittweiser Rückzug aus dem europäischen Pkw-Geschäft droht – trotz geplanter neuer Modelle.
Die Zukunft des Kölner Werks bleibt ungewiss, da Ford seine Produktion in Europa weiter reduziert. Der Arbeitsplatzabbau wird anhalten, und durch den Wechsel zu Renaults Plattform werden weniger Fahrzeuge in Deutschland gebaut. Der Konzern konzentriert sich nun auf Kostensenkungen und Partnerschaften, um in einem schrumpfenden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.
