Frauen in Löhn meiden den Bahnhof nachts – trotz sicherer Statistiken
Rolf-Peter ScheelFrauen in Löhn meiden den Bahnhof nachts – trotz sicherer Statistiken
Frauen in Löhn fühlen sich am Bahnhof nachts unsicher – trotz unauffälliger Kriminalstatistiken
Frauen in Löhn haben Bedenken geäußert, sich am Bahnhof nach Einbruch der Dunkelheit unsicher zu fühlen. Obwohl die Kriminalstatistiken keine ungewöhnlichen Risiken zeigen, berichten viele von einem mulmigen Gefühl, wenn sie den Bereich allein nutzen. Das Problem hat lokale Initiativen angestoßen, darunter kürzlich einen sogenannten Nightwalk, bei dem die wahrgenommene Sicherheit vor Ort überprüft wurde.
Besonders der lange Tunnel, der zu den Gleisen führt, wird als Hauptgrund für das Unbehagen genannt. Die Löhnbergerin Andrea Heimbruch gab zu, den Bahnhof nachts zu meiden, weil die Atmosphäre dort abschreckend wirke. Zwar bestätigte Polizeisprecher Uwe Maser, dass die Kriminalitätsrate – vor allem Fahrraddiebstähle – auf dem Niveau vor der Pandemie liege, doch bleibe die emotionale Belastung für viele bestehen.
Marie Fischer, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, organisierte den Nightwalk, um den Sorgen nachzugehen. Die Teilnehmerinnen erkundeten den Bahnhof und markierten bedrohlich wirkende Bereiche wie schlecht beleuchtete Ecken oder Orte, an denen sich Gruppen versammeln. Die Aktion knüpft an ein ähnliches Projekt in der Nachbarstadt Minden an, wo 2024 eine sogenannte Angstkarte eingeführt wurde, die 68 als unsicher empfundene Orte auflistet.
Petra Tödtmann, eine lokale Vertreterin, räumte ein, dass die Ängste oft subjektiv, aber dennoch berechtigt seien. Um die Situation zu verbessern, wird der Bahnhof derzeit umgestaltet, um eine offenere und zugänglichere Fläche zu schaffen. Geplant sind unter anderem der Einbau einer Bibliothek und die Ausrichtung öffentlicher Veranstaltungen, um für mehr Lebendigkeit zu sorgen. Zudem können Anwohner unsichere Bereiche über das städtische Meldesystem für Missstände melden.
Ziel der Umbaumaßnahmen ist es, durch eine einladendere Gestaltung die Bedenken abzubauen. Zwar zeigen die offiziellen Daten keinen Anstieg der Kriminalität, doch unternimmt die Stadt Schritte, um die psychologische Wirkung auf die Bürgerinnen zu mildern. Der Nightwalk und die Angstkartierung spiegeln die anhaltenden Bemühungen wider, Wahrnehmung und Realität in Einklang zu bringen.
