19 March 2026, 16:42

Gericht gibt grünes Licht für Windpark trotz Protesten von Gleitschirmfliegern

Zwei Personen paragleiten über ein Baseballfeld mit einem Stadion im Hintergrund, eine hält einen Fallschirm und trägt einen Helm.

Paragliding Club Fails in Lawsuit Against Wind Turbine in North Rhine-Westphalia - Gericht gibt grünes Licht für Windpark trotz Protesten von Gleitschirmfliegern

Ein Drachen- und Gleitschirmflugverein in Nordrhein-Westfalen hat seinen Rechtsstreit gegen ein Windkraftprojekt im Hochsauerlandkreis verloren. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) des Landes wies den Eilantrag des Vereins ab und urteilte, dass die Anlage keine unzumutbare Gefahr für dessen Betrieb darstelle.

Der Verein hatte argumentiert, die 550 Meter Entfernung zur Startrampe würden gefährliche Flugbedingungen schaffen und seine Aktivitäten unangemessen einschränken.

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Das OVG stellte fest, dass der Verein während der Planungsphase des Windparks ordnungsgemäß angehört worden sei. Die Richter kamen zudem zu dem Schluss, dass keine Belege vorlägen, wonach die Anlage das Überleben des Vereins bedrohe oder ihn zur Schließung zwinge.

Laut Gericht könnten Flugbetriebe weiterhin sicher stattfinden, solange die Windgeschwindigkeit unter 20 Stundenkilometern bleibe. Der Verein hatte behauptet, die Windkraftanlage berge unzumutbare Sicherheitsrisiken und schränke seine Flugmöglichkeiten ein.

Der Fall verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen erneuerbaren Energieprojekten und dem Freizeitflugbetrieb. Im Hochsauerlandkreis hat der Entwickler VERBUND die Projektrechte von ENOVA übernommen; der geplante Windpark in Sundern soll voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 in Betrieb gehen. Ähnliche Konflikte gibt es auch andernorts, etwa im Kreis Höxter, wo der acht Turbinen umfassende Windpark Dollenkamp bei Brakel unter Drachen- und Gleitschirmfliegern auf Bedenken stößt.

Mit der Gerichtsentscheidung kann das Windkraftprojekt nun voranschreiten. Der Verein muss sich an die neuen Einschränkungen anpassen, während Flüge bei schwachem Wind wie bisher möglich bleiben. Angesichts weiterer geplanter Windparks in der Region könnten künftig weitere Auseinandersetzungen zwischen Energieunternehmen und Luftsportlern folgen.

Quelle