20 March 2026, 18:32

Junge Menschen verlieren zunehmend das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Ein Plakat mit einem Zitat aus Building a Better America, das besagt, "Wir müssen die sozialen Medien-Plattformen für das nationale Experiment zur Rechenschaft ziehen, das sie an unseren Kindern durchführen - zum Profit.", dekoriert mit Sternen.

Junge Menschen verlieren zunehmend das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Eine neue Studie aus Nordrhein-Westfalen zeigt eine wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie unter jungen Menschen. Seit 2022 ist die Zahl der 14- bis 18-Jährigen, die mit der Funktionsweise der Demokratie zufrieden sind, deutlich gesunken. Bundesweit warnen Behörden nun, dass Online-Extremismus und Fehlinformationen die Einstellungen der Jugend in besorgniserregender Weise prägen.

Noch 2022 hielten 62 Prozent der jungen Menschen in Nordrhein-Westfalen die Demokratie für gut funktionierend. Bis 2025 sank dieser Wert jedoch auf nur noch 48 Prozent, wie aus der Shell-Jugendstudie hervorgeht. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang bei den Unter-45-Jährigen, wobei die geringste Unterstützung in der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen zu verzeichnen ist.

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Die Studie unterscheidet drei Gruppen: überzeugte Demokraten, solche mit labilen demokratischen Überzeugungen und ausgesprochene Demokratiegegner. Fast die Hälfte der Befragten stimmt mittlerweile der Aussage zu, die Gesellschaft würde von einer starken Einzelpartei profitieren – ein Zeichen für zunehmende undemokratische Tendenzen.

Bundesbildungsministerin Karin Prien äußerte sich besorgt über die Verbreitung von Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Extremismus im Netz. Junge Menschen seien in sozialen Medien, Chatgruppen und Gaming-Communities zunehmend radikalen Botschaften ausgesetzt. Die traditionelle politische Bildung, so Prien, habe es zunehmend schwer, diesen Einflüssen etwas entgegenzusetzen.

Forscher betonen, dass die persönliche Zufriedenheit eng mit der Unterstützung für die Demokratie zusammenhängt. Gleichzeitig heben sie die Notwendigkeit einer stärkeren demokratischen Bildung in Schulen hervor, um Widerstandsfähigkeit zu fördern. Seit 2021 zielen Bundesprogramme wie Demokratie leben! und Initiativen der Bundeszentrale für politische Bildung darauf ab, diese Lücken zu schließen.

Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend: Immer weniger junge Menschen vertrauen demokratischen Institutionen. Bundes- und Landesprogramme zur Bekämpfung von Radikalisierung und zur Stärkung des Demokratieverständnisses wurden zwar ausgebaut. Doch die Studie legt nahe, dass ohne wirksamere Maßnahmen die Unzufriedenheit und der Einfluss extremistischer Strömungen weiter zunehmen könnten.

Quelle