Messe Düsseldorf setzt auf arabische Märkte trotz schwankender Finanzlage
Milan SüßebierDüsseldorf Messeschub für arabisches Geschäft - Messe Düsseldorf setzt auf arabische Märkte trotz schwankender Finanzlage
Die Messe Düsseldorf, einer der größten deutschen Messeveranstalter, baut ihre globale Präsenz aus – doch die Finanzlage bleibt wechselhaft. Mit rund 720.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche liegt das Unternehmen auf Platz vier in Deutschland, hinter Hannover, Frankfurt und Köln. Trotz optimistischer Umsatzprognosen für 2024 stehen Herausforderungen bevor: verschobene Veranstaltungskalender und frühere Rückschläge belasten die Bilanz.
Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem Umsatz von knapp 420 Millionen Euro und einem Gewinn von rund 40 Millionen Euro. Dies folgt auf ein schwieriges Jahr 2025, als die Erträge aufgrund eines einmaligen Belastungspostens im Zuge einer Übernahme stark einbrachen. 2027 droht ein weiterer Rückgang, da mehrere große wiederkehrende Messen in diesem Jahr ausfallen.
Nun setzt das Unternehmen auf Wachstum in der arabischen Welt, wo die Märkte noch unterversorgt sind und der Wettbewerb weniger intensiv ist als in Europa oder Asien. Sechs neue Messformate sollen 2023 in der Region an den Start gehen, darunter eine Verpackungsmesse in Riad und eine Konsumgüterausstellung in Dubai. Sie ergänzen etablierte Events wie die Interpack, die 2023 als Leitmesse der Verpackungsbranche weiterhin zu den wichtigsten Umsatzträgern zählt. In der Heimat wird die Düsseldorfer Xponential, die Robotikmesse im März 2023, erstmals einen Schwerpunkt auf Verteidigungstechnik legen – mit Drohnen und militärischer Ausrüstung. Eine reine Rüstungsmesse wird daraus jedoch nicht, da es an der Unterstützung des deutschen Verteidigungsministeriums fehlt.
Die Messe Düsseldorf bleibt damit zwischen Expansion und finanziellen Schwankungen gefangen. Der Vorstoß in arabische Märkte und die neuen Formate sollen schwächere Jahre ausgleichen. Gleichzeitig spiegelt der Verteidigungsfokus der Xponential veränderte Branchenanforderungen wider – wenn auch ohne volle staatliche Rückendeckung.
