23 December 2025, 11:25

Nach 85 Jahren: Kölns Großmarkt schließt

Ein Markt mit einem Eingang in der Mitte, Mülltonnen daneben, eine Reihe von Einkaufswagen auf der linken Seite, Deckenbeleuchtung und einige Menschen, die Produkte durchstöbern.

Nach 85 Jahren: Kölns Großmarkt schließt

Nach 85 Jahren: Kölner Großmarkt schließt seine Pforten

Ein Stück Geschichte geht zu Ende: Nach 85 Jahren schließt der Großmarkt im Kölner Stadtteil Raderberg.

  1. Dezember 2025

Der Kölner Großmarkt, seit 85 Jahren ein zentraler Großhandelsstandort im Stadtteil Raderberg, wird am 31. Dezember 2025 endgültig geschlossen. Die Schließung steht im Zusammenhang mit den Plänen der Stadt, das Gelände in die Parkstadt Süd umzuwandeln – ein großes innerstädtisches Mischnutzungsprojekt, das als eines der größten seiner Art in Europa gilt.

Für die Händler bedeutet dies eine ungewisse Zukunft, da die Stadt keinen vollständigen Ersatz für den Markt schaffen konnte. Eine europaweite Ausschreibung für einen neuen Großhandelsstandort blieb ohne Bewerber, sodass die Betriebe nun nach Alternativen suchen müssen.

Das Ende des Großmarkts markiert das Aus einer Ära: Seit 1940 diente er als wichtiger Versorgungsstandort für Händler und Einzelhändler. Trotz ursprünglicher Zusagen der Stadt gibt es bis heute keinen direkten Ersatz. Ein Ausschreibungsverfahren für einen neuen Großmarkt scheiterte, nachdem reduzierte Konzepte und hohe finanzielle Risiken potenzielle Betreiber abschreckten.

Als Reaktion darauf übernahm Nevzat Taşkıran, Großhändler und Geschäftsführer von Birkenheyer, die Initiative und organisierte einen gemeinsamen Umzug. Gemeinsam mit anderen Händlern sicherte er ein Lager auf der rechten Rheinseite. Doch der neue Standort wird nur ein begrenztes Sortiment anbieten, sodass die Händler den Rest ihrer Waren aus anderen Stadtteilen beziehen müssen. Das Gelände des Großmarkts selbst wird bald zur Parkstadt Süd – einem Projekt, das Wohnraum, Gewerbe und Grünflächen kombiniert. Bis Ende des Jahres müssen alle verbleibenden Betriebe das Gelände verlassen, was das abrupten Ende jahrzehntelanger Handelstradition im Viertel bedeutet.

Mit der Schließung des Großmarkts stehen die Händler nun vor zersplitterten Lieferketten und höheren Logistikkosten. Die Stadt wird ihre Umgestaltungspläne vorantreiben, doch das Fehlen eines vollständigen Ersatzes wirft Fragen nach den langfristigen Folgen für den lokalen Handel auf. Bis zum letzten Tag des Jahres 2025 werden alle Aktivitäten auf dem Gelände eingestellt.

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