Neue Ärzte für Herford: Wie ein Förderprogramm die Hausarztpraxis rettet
Rolf-Peter ScheelNeue Ärzte für Herford: Wie ein Förderprogramm die Hausarztpraxis rettet
Ein Förderprogramm im Kreis Herford unterstützt Ärztinnen und Ärzte beim Übergang in die ambulante Versorgung
Alexandra Ens, Fachärztin für Innere Medizin, hat kürzlich nach Abschluss der Initiative eine lokale Praxis verstärkt. Das 2022 gestartete Programm soll Medizinerinnen und Mediziner auf die vertragsärztliche Tätigkeit vorbereiten und gleichzeitig den Personalmangel in der Hausarztmedizin lindern.
Das Programm "Fernsehprogramm für die Praxis" ist eine gemeinsame Initiative des Kreises Herford und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Es bietet Ärztinnen und Ärzten finanzielle Unterstützung, während sie Erfahrungen in der ambulanten Versorgung sammeln. Die KVWL übernimmt die Gehälter der Teilnehmenden, der Kreis erstattet den Praxen die lohnbezogenen Aufwendungen.
Alexandra Ens, eine von bisher elf Absolventinnen und Absolventen, arbeitete acht Jahre in den Kreiskrankenhäusern Herfords, bevor sie am Programm teilnahm. Am 1. Juli 2025 trat sie der Gemeinschaftspraxis von Dr. Gernoth Plappert und Dr. Sonja Manegold bei. Beide Ärzte begrüßen sie als wertvolle Bereicherung für ihr Team und die Region.
Bis Jahresende wird Ens zur vollwertigen Partnerin der Praxis. Der Erfolg des Programms zeigt sich deutlich: Zehn der elf Absolventen sind mittlerweile in der Hausarztmedizin im Kreis Herford tätig. Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL, bezeichnet die Initiative als Vorbild zur Stärkung der ambulanten Versorgung. Auch die begleitenden Seminare werden von den Teilnehmenden als zentraler Bestandteil der Ausbildung gelobt.
Das Programm trägt weiterhin dazu bei, den Fachkräftemangel in der Hausarztmedizin zu verringern, indem es Ärztinnen und Ärzte wie Ens unterstützt. Da die meisten Absolventen in der Region bleiben, gewinnen lokale Praxen erfahrene Fachkräfte. Die Zusammenarbeit zwischen KVWL und Kreis Herford sichert zudem die weitere Finanzierung und praxisnahe Ausbildung neuer Teilnehmender.
