NRWs Wälder bleiben krank – trotz minimaler Fortschritte bei der Baumgesundheit
Rolf-Peter ScheelNRWs Wälder bleiben krank – trotz minimaler Fortschritte bei der Baumgesundheit
Nordrhein-Westfalens Wälder verbleiben in einem labilen Zustand – trotz leichter Verbesserungen. Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen verwies zwar auf einen kleinen Anstieg gesunder Baumkronen, doch Kritiker halten die Lage weiterhin für dramatisch. Gleichzeitig entzünden sich politische Streitigkeiten über die Kürzungen im Forstsektor durch die schwarz-grüne Koalitionsregierung.
Der aktuelle Waldzustandsbericht zeigt ein gemischtes Bild: Zwar weisen 29 Prozent der Bäume mittlerweile eine vollständig intakte Krone auf – ein Plus von 2 Prozentpunkten gegenüber 2024 –, doch einige Arten kämpfen weiterhin um ihr Überleben. Nur 7 Prozent der Eichen besitzen noch unversehrte Kronen, ein Alarmzeichen für anhaltenden Stress. Buchen schneiden etwas besser ab: 24 Prozent zeigen keine Schäden, 40 Prozent nur leichte Beeinträchtigungen.
Die Wildnis-Initiative des Landes prüft derzeit 230 Hektar im Märkischen Kreis auf natürliche Waldentwicklung, unterstützt von Fachleuten des LANUV und des Landesbetriebs Wald und Holz. Allerdings wurden für 2025 keine größeren Umweltverbände benannt, die sich aktiv auf großflächige Wiederaufforstung vorbereiten. Regionale Unterschiede bleiben bestehen – das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stuft Südwestfalen als eine der am stärksten betroffenen Regionen Deutschlands ein. Ministerin Gorißen appellierte an die Bevölkerung, sorgsamer mit den Wäldern umzugehen, und betonte deren Verletzlichkeit. Doch die politischen Spannungen überlagern diese Bemühungen: Die SPD kritisiert scharf, dass die Koalition die Mittel für Forstwirtschaft und Holzindustrie 2026 um 4,3 Millionen Euro kürzt. Gegner werfen Gorißen zudem vor, die Krise zu verharmlosen – ihr Optimismus stehe im Widerspruch zur düsteren Realität vor Ort. Ein Lichtblick ist der langsame Anstieg junger, klimaresistenter Bäume.
Die Waldkrise in Nordrhein-Westfalen zeigt nur begrenzte Entspannungszeichen: Bescheidene Fortschritte bei der Baumgesundheit werden von tief verwurzelten Problemen zunichtegemacht. Kürzungen und politische Grabenkämpfe verschärfen den Druck, während Initiativen wie die Wildnis-Initiative auf natürliche Regeneration setzen. Die Wälder des Landes stehen noch vor einem langen Weg zur Stabilität.
