21 December 2025, 10:33

"Optimismus ist Pflicht": Stadtrat präsentiert Haushaltsentwurf 2026

Eine Stadtansicht mit zahlreichen Gebäuden, einem Kanal in der Mitte, einer Brücke über den Kanal und dem Himmel im Hintergrund.

"Optimismus ist Pflicht": Stadtrat präsentiert Haushaltsentwurf 2026

"Optimismus ist Pflicht": Stadträtin stellt Haushaltsentwurf 2026 vor

"Optimismus ist Pflicht": Stadträtin stellt Haushaltsentwurf 2026 vor

  1. Dezember 2025

Finanzen, Wirtschaft, Politik, Allgemeines

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Aachen hat den Entwurf für den Haushalt 2026 vorgestellt – und dieser offenbart erhebliche finanzielle Belastungen. Der Plan sieht Rekordkreditaufnahmen und den stärksten Rückgriff auf die städtischen Rücklagen in der Geschichte vor. Trotz eines prognostizierten Defizits in zweistelliger Millionenhöhe betonen die Verantwortlichen, der Haushalt bleibe rechtlich einwandfrei.

Der Entwurf liegt nun zur öffentlichen Einsichtnahme vor und wird in den kommenden Wochen von Fraktionen, Bezirksausschüssen und dem zentralen Finanzausschuss geprüft, bevor der Stadtrat am 11. März 2026 endgültig darüber abstimmt.

Die geplanten Ausgaben belaufen sich auf knapp 1,4 Milliarden Euro, wobei 206 Millionen Euro für Investitionen vorgesehen sind. Um die Kosten zu decken, steigt die Kassenkreditaufnahme auf den Rekordwert von über 520 Millionen Euro. Gleichzeitig schrumpft die allgemeine Rücklage um 61 Millionen Euro – das entspricht 8,62 Prozent ihres Gesamtvolumens und stellt den größten Rückgang in der Geschichte Aachens dar.

Stadtkämmererin Annekathrin Grehling, deren Amtszeit nun bis über 2027 hinaus verlängert wurde, präsentierte die Zahlen in einer Rede, die auf unsererwebsite.de abrufbar ist. Ein interaktives Haushaltstool ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern, die Details selbst zu erkunden.

Trotz der düsteren Prognosen verzichtet die Stadt auf Steuererhöhungen oder die Übernahme von Verlusten aus Vorjahren. Einsparungen von bis zu 27 Millionen Euro jährlich sowie die geplante Übernahme von 120 Millionen Euro an Kassenkreditschulden durch das Land im kommenden Jahr bringen vorläufige Entlastung. Bis Ende 2026 rechnet Aachen damit, seine Schuldenlast um über 120 Millionen Euro zu verringern, was die Zinsbelastung senkt und das Eigenkapital kurzfristig stärkt.

Mittelfristige Prognosen sagen jedoch weiterhin Defizite zwischen 31,9 und 38,0 Millionen Euro voraus. Der Eigenkapitalverzehr wird voraussichtlich bei 4,92 Prozent liegen – knapp unter der gesetzlichen Grenze von fünf Prozent.

Der Haushalt 2026 kommt ohne unmittelbare Steuererhöhungen oder ungedeckte Altlasten aus. Seine Verabschiedung hängt jedoch von weiteren Einsparungen und der Schuldenentlastung durch das Land ab. Die endgültige Entscheidung liegt beim Stadtrat nach wochenlanger Prüfung durch Ausschüsse und politische Gremien.