18 December 2025, 17:22

Salzgitter will HKM übernehmen – doch der Preis sind 2.000 Arbeitsplätze

Luftaufnahme einer Stadt mit einem Metallstabzaun im Vordergrund, Gebäuden und einem Fluss, mit Text am unteren Bildrand.

Salzgitter bestätigt Übernahmepläne für Stahlproduzenten HKM - Salzgitter will HKM übernehmen – doch der Preis sind 2.000 Arbeitsplätze

Salzgitter bestätigt Übernahmepläne für Stahlhersteller HKM

Salzgitter bestätigt Übernahmepläne für Stahlhersteller HKM

Salzgitter bestätigt Übernahmepläne für Stahlhersteller HKM

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  1. Dezember 2025, 14:03 Uhr

Der Stahlkonzern Salzgitter hat Pläne bekannt gegeben, die vollständige Kontrolle über den Duisburger Stahlproduzenten Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) zu übernehmen – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Die Übernahme würde tiefgreifende Veränderungen in der Produktion und bei den Arbeitsplätzen am Standort mit sich bringen. Aktuell halten Thyssenkrupp, der französische Rohrhersteller Vallourec und Salzgitter selbst Anteile an HKM.

HKM betreibt derzeit zwei Hochöfen mit einer gemeinsamen Jahreskapazität von 4,2 Millionen Tonnen Stahl. Salzgitter plant, diese durch einen einzigen Lichtbogenofen zu ersetzen, wodurch die Kapazität auf 2 bis 2,5 Millionen Tonnen sinken würde. Mit diesem Schritt würde die Belegschaft von derzeit 3.000 auf etwa 1.000 Mitarbeiter reduziert – betriebsbedingte Kündigungen schließt Salzgitter-Chef Gunnar Groebler jedoch aus.

Für den neuen Ofen sind Subventionen in Höhe von 200 Millionen Euro notwendig, die HKM beantragt, aber noch nicht erhalten hat. Zudem strebt Salzgitter eine staatliche Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen an, um die Umstellung abzusichern. Thyssenkrupp, das mit 50 Prozent größter Anteilseigner ist, hat sich unterdessen gesprächsbereit gezeigt. Konzernchef Miguel López bestätigte die Bereitschaft, sich an den Restrukturierungskosten zu beteiligen.

Salzgitter hat ein Schiedsverfahren eingeleitet, um die finanziellen Verpflichtungen Thyssenkrupps nach dessen geplantem Ausstieg aus HKM zu klären. Die verbleibenden Anteile verteilen sich auf Salzgitter (30 Prozent) und Vallourec (20 Prozent).

Sollte die Übernahme genehmigt werden, würde sie die Geschäftsaktivitäten von HKM grundlegend umgestalten – mit weniger Arbeitsplätzen und einer reduzierten Produktionskapazität. Der Erfolg des Vorhabens hängt davon ab, ob die notwendigen öffentlichen Fördermittel fließen und eine Einigung über die Kostenverteilung mit Thyssenkrupp erzielt wird. Das Schiedsverfahren wird zeigen, in welchem Umfang sich der aussteigende Gesellschafter beteiligen muss.