09 February 2026, 01:10

Solingen im Streit: Uber-Verbot entfacht Debatte über Intransparenz in der Stadtverwaltung

Eine belebte Stadtstraße mit verschiedenen Fahrzeugen, darunter Doppeldeckerbusse, Autos und andere Fahrzeuge, umgeben von hohen Gebäuden, Polen, Laternen, Schildern, Bannern, Bäumen und einer Brücke unter einem klaren blauen Himmel, mit Text am unteren Rand des Bildes.

Solingen im Streit: Uber-Verbot entfacht Debatte über Intransparenz in der Stadtverwaltung

In Solingen schwelt ein wachsender Streit, der Jan Welzel, den Leiter der öffentlichen Ordnung der Stadt, in die Kritik gerückt hat. Gegner werfen ihm vor, zentrale Entscheidungen ohne ausreichende Abstimmung oder Transparenz zu treffen. Der jüngste Konflikt dreht sich um das harte Vorgehen der Stadt gegen Fahrvermittlungsdienste wie Uber – und hat sich mittlerweile zu einer grundsätzlichen Debatte über die kommunale Führungskultur ausgeweitet.

Die Probleme begannen 2023, als Solingen Uber zunächst duldete, später jedoch in scharfe Opposition umschwenkte. 2024 verhängte die örtliche Verkehrsbehörde schließlich ein Betriebsverbot für den Dienst mit der Begründung, dieser verstoße gegen Taxivorschriften. Gerichte in Nordrhein-Westfalen bestätigten das Verbot Mitte 2025, während der Stadtrat gleichzeitig bundesweite Einschränkungen für ähnliche Plattformen forderte.

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Das "Bündnis für Solingen" (BfS) wirft Welzel seitdem vor, zuständige Gremien zu umgehen und die öffentliche Debatte zu ignorieren. Martin Bender, Vorsitzender des Ausschusses für Bürgerbeteiligung, Transparenz und Gleichberechtigung, bezeichnete Wenzelens Vorgehen als "ein Lehrbuchbeispiel für Intransparenz und Hinterzimmerpolitik". Bender kündigte an, die Angelegenheit in der nächsten Ausschusssitzung aufzugreifen, um die Entscheidungen zu prüfen und mehr Offenheit einzufordern.

Der Uber-Streit hat inzwischen eine größere politische Dimension angenommen: Gefordert wird, dass sich die Verwaltung stärker zu Transparenz und Bürgerbeteiligung verpflichtet. Das BfS besteht darauf, dass einseitige Entscheidungen ein Ende haben müssen, und mahnt eine Rückkehr zu demokratischen Prozessen in der Kommunalpolitik an.

Der eskalierende Konflikt zeigt die Spannung zwischen administrativer Effizienz und öffentlicher Rechenschaftspflicht. Benders anstehende Ausschussprüfung wird entscheiden, ob Wenzelens Handeln weiter infrage gestellt wird. Vorerst bleibt die Haltung der Stadt zu Uber unnachgiebig – doch die Debatte über transparente Entscheidungsfindung ist damit noch lange nicht beendet.