12 February 2026, 13:33

Solingens Kirchen kämpfen ums Überleben: Emotionale Debatte um drohende Schließungen

Ein altes Buch mit einer detaillierten Zeichnung einer Kirche, einschließlich ihrer Fenster, Türen und anderer Merkmale, mit Text, der weitere Informationen zur Kirche liefert.

Solingens Kirchen kämpfen ums Überleben: Emotionale Debatte um drohende Schließungen

In Solingen ist eine hitzige Debatte über die Zukunft der evangelischen Kirchengebäude entbrannt. Am 11. Februar 2023 füllten rund 350 Menschen den Bürgersaal, um ihre Sorgen über mögliche Schließungen zu äußern. Die Stimmung war aufgeladen, als Gemeindemitglieder die Verantwortlichen drängten, ihre örtlichen Kirchen vor Verkauf oder Stilllegung zu bewahren.

Die Evangelische Kirche in Solingen verwaltet derzeit 13 aktive Kirchengebäude sowie neun Gemeindezentren und Pfarrsäle. Keiner dieser Standorte wurde vor dem geplanten Verkaufsverfahren geschlossen, da alle noch genutzt werden. Doch sinkende Mitgliederzahlen und schrumpfende Personalbestände gefährden zunehmend ihre langfristige Existenz.

Bis 2040 wird erwartet, dass die Zahl der Kirchenmitglieder von 35.000 auf nur noch 16.500 sinkt. Die Synode hat bereits beschlossen, bis 2035 die Hälfte aller kircheneigenen Immobilien zu veräußern. Die finanzielle Belastung macht es der Institution unmöglich, alle Gebäude weiter zu unterhalten.

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Besonders bedroht sind die kleinsten Gemeinden in Widdert, Rupelrath, Merscheid und Ketzberg, die ihre Standorte verlieren könnten. Größere Gruppen in Ohligs, Wald, Mitte und Dorp sind vorerst nicht akut gefährdet. Eine endgültige Entscheidung, welche Gebäude erhalten bleiben und welche aufgegeben werden, soll bis Ende 2027 fallen.

Die Versammlung zeigte tiefe Gräben auf, wie mit den schrumpfenden Ressourcen der Kirche umgegangen werden soll. Angesichts der Prognose, dass sich die Mitgliederzahl in weniger als zwei Jahrzehnten halbieren wird, müssen die Verantwortlichen die finanzielle Realität mit den emotionalen Bindungen der Gemeindemitglieder an ihre lokalen Kirchen in Einklang bringen. Das Ergebnis wird das religiöse Gesicht Solingens für die kommenden Jahre prägen.