03 February 2026, 00:53

Steuerprüfung deckt 200.000-Euro-Desaster in Apotheken eines Professors auf

Ein alter Beleg mit einem gelben Haftzettel darauf, auf dem Text zu sehen ist, der wie eine Rechnung von C.F. Asal Kurschner aussieht.

Steuerprüfung deckt 200.000-Euro-Desaster in Apotheken eines Professors auf

Eine Steuerprüfung in den Apotheken von Dr. Frank Leimkugel hat finanzielle Unregelmäßigkeiten und erhebliche Verluste aufgedeckt. Der pensionierte Professor sieht sich nun einer Nachforderung von 70.000 Euro gegenüber, die mit dem Missbrauch einer Rezeptfunktion zusammenhängt. Die Lage verschärft sich durch entdeckte Diebstähle eines Mitarbeiters sowie ungelöste Probleme bei der Dokumentation.

Die Prüfung begann, nachdem Steuerprüfer Ungereimtheiten in den Unterlagen von Dr. Leimkugel festgestellt hatten. Ein zentraler Befund betraf die sogenannte "Testrezept"-Funktion, mit der Apotheker Drucksysteme überprüfen. Das Finanzamt monierte fehlende Belege für diese Vorgänge und verhängte eine Strafe von 70.000 Euro wegen fahrlässiger Nutzung. Anfangs hatten die Prüfer zudem 80.000 Euro für Privatrezepte gefordert, diese Forderung wurde jedoch später fallengelassen.

Unabhängig davon brachte die Prüfung einen Diebstahl durch eine ehemalige Mitarbeiterin ans Licht. Durch Manipulationen an der Kasse veruntreute diese rund 45.000 Euro. Dr. Leimkugel kritisiert die Prüfer scharf: Sie hätten sich auf die Einnahmenseite konzentriert, statt Aufklärung zu betreiben. Zudem wies er darauf hin, dass viele Apotheker die Testrezept-Taste missbräuchlich nutzen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.

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Die finanzielle Belastung beschränkt sich nicht auf die Steuernachforderung. Leimkugel musste bereits Altersrücklagen antasten, um die Kosten – darunter auch den Diebstahl – zu decken. Insgesamt rechnet er mit Ausgaben von bis zu 200.000 Euro, während Vorwürfe der Unterschlagung weiter im Raum stehen. Der Softwareanbieter Pharmatechnik betont hingegen, dass Testrezepte gemäß den GDPdU-Richtlinien korrekt erfasst würden.

Die Prüfung hinterlässt bei Dr. Leimkugel erhebliche Schulden und ungelöste Streitfragen. Zwar wurde die Forderung für Privatrezepte zurückgezogen, doch die 70.000 Euro Strafe und der 45.000 Euro Diebstahl bleiben zentrale finanzielle Belastungen. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltende Kritik an der Handhabung von Rezeptsystemen in deutschen Apotheken.