19 March 2026, 14:48

Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit geringster Hausarzt-Dichte

Alte Deutschlandkarte mit hervorgehobenen Regionen Bayern und Deutschland, auf Papier gedruckt mit zusätzlichem Text.

Hausarztmangel in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit geringster Hausarzt-Dichte

Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Einwohner

Neue Zahlen aus dem Bundesärzteregister zeigen: In der Region Westfalen-Lippe kommen nur noch 61 Hausärzte auf 100.000 Einwohner – deutlich unter dem Bundesschnitt. Trotz Bemühungen, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu stärken, wächst die Kritik an der Landesregierung.

Die regionale Ungleichheit bei der hausärztlichen Versorgung wurde bereits Ende 2023 deutlich. Während Mecklenburg-Vorpommern mit 77 Hausärzten pro 100.000 Einwohnern an der Spitze lag, bildete Westfalen-Lippe mit nur 61 das Schlusslicht. Bundesweit sind rund 55.778 Hausärzte im Einsatz, im Schnitt etwa 66 pro 100.000 Einwohner.

Um dem Mangel entgegenzuwirken, führte NRW 2023 eine Landarztquote ein. Im Rahmen dieses Programms verpflichteten sich 1.100 Medizinstudierende, nach ihrem Abschluss ein Jahrzehnt lang als Hausärzte in unterversorgten Gebieten zu arbeiten. Doch wegen der langen Ausbildungsdauer werden die ersten Absolventen dieser Initiative erst 2030 in die Praxis starten.

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Die SPD wirft Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) vor, die Krise nicht in den Griff zu bekommen. Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, bezeichnete die Zahlen als "vernichtendes Urteil" über seine Bilanz. Die Partei warnt vor einer weiteren Verschärfung der Versorgungslücken in Westfalen-Lippe und fordert schnelle Lösungen.

Laumann verteidigte seine Politik und betonte, dass die Bekämpfung des Hausärztemangels langfristige Planungen erfordere, die über eine Legislaturperiode hinausgingen. Er verwies auf ein Aktionsprogramm aus dem Jahr 2009, das bereits über 1.000 neue Praxen im ländlichen Raum gefördert habe – 80 Prozent der Mittel flossen dabei nach Westfalen-Lippe. Der CDU-Abgeordnete Daniel Hagemeier wies die SPD-Kritik als "völlig fehlgeleitet" zurück und bezeichnete deren Debattenbeitrag als "Eigentor des Monats".

Der Hausärztemangel in Westfalen-Lippe bleibt damit das bundesweit größte Problem – und eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Zwar soll die Landarztquote langfristig Abhilfe schaffen, doch bis die Maßnahmen greifen, werden noch Jahre vergehen. Bis dahin setzt die Region weiter auf langfristige Strategien und bestehende Förderprogramme.

Quelle