21 December 2025, 23:03

Wolfram Weimer und Gott

Ein geschmückter Weihnachtsbaum mit Statuen von Menschen auf einem Tisch darunter.

Wolfram Weimer und Gott

Wolfram Weimer und Gott

Ankündigung Kulturminister Weimer hat ein gottesfürchtiges Buch verfasst. Darin offenbart er sowohl missionarischen Eifer als auch eine besondere Schlichtheit.

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Veröffentlichungsdatum 10. Dezember 2025, 03:03 Uhr MEZ

Wolfram Weimer, ehemaliger Kulturminister Deutschlands, hat mit seinem umstrittenen Buch „Sehnsucht nach Gott“ für Aufsehen gesorgt. 2021 im Bonifatius Verlag Paderborn erschienen, vertritt der Autor darin die These, dass das Christentum zurückkehren müsse, um Europa vor dem Niedergang zu bewahren. Kritiker jedoch halten seine Argumente für simplifizierend und realitätsfremd.

Weimers Buch entwirft ein düsteres Szenario: Ohne Christentum, so seine Behauptung, gebe es keinen funktionsfähigen Staat, keine Grundrechte und keine Zukunft für Kinder. Er insistiert, Gott kehre zurück, um Deutschland und Europa vor äußeren wie inneren Bedrohungen zu schützen. Ein zentraler Gedanke dabei: Gläubige seien glaubwürdiger als Atheisten – eine Aussage, die viele als wenig überzeugend zurückweisen.

Der Autor macht zudem „Relativisten“, „kulturelle Masochisten“ und die „68er-Generation“ für den kulturellen Verfall Europas verantwortlich und wirft ihnen vor, traditionelle Werte untergraben zu haben. Doch Kritiker sehen in seiner Rhetorik vor allem eine Anbiederung an das kleinbürgerliche Milieu, das von gesellschaftlichem Wandel verunsichert ist. Führende Medien wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bezeichnen ihn als „Schwätzer“, die „Süddeutsche Zeitung“ spricht von einer „Potemkinschen Fassade“ seines medialen Einflusses.

Gegenüber gestellt wird Weimers Position der Sichtweise der Philosophin Iris Murdoch, die Gott als „den leeren Raum beschreibt, den wir mit unseren Handlungen füllen“. Gleichzeitig wird die hohle Kommerzialisierung moderner Weihnachtsmärkte kritisiert, wo spirituelle Bedeutung längst durch Imbissbuden und Kitschwaren ersetzt wurde.

Weimers Buch hat eine Debatte über die Rolle der Religion im heutigen Europa entfacht. Während er das Christentum als Überlebensfrage darstellt, hinterfragen Kritiker sowohl seine Argumentation als auch seinen Einfluss. Die Diskussion spiegelt tiefere Spannungen zwischen Tradition und Moderne in der deutschen Gesellschaft wider.