Zufahrtsstraße zum Windpark Aupketal spaltet Region: Naturschützer klagen über "Umweltfrevel"
Iwona RoggeZufahrtsstraße zum Windpark Aupketal spaltet Region: Naturschützer klagen über "Umweltfrevel"
Ausbau der Zufahrtsstraße zum Windpark Aupketal löst Streit aus – Naturschützer sprechen von "Umweltfrevel"
Der kürzlich erweiterte Zufahrtsweg zum Windpark Aupketal im Hochsauerlandkreis sorgt für Kontroversen, nachdem er durch ein geschütztes Naturschutzgebiet führt. Kritiker werfen den Bauarbeiten vor, empfindliche Lebensräume zerstört zu haben, während die Betreiber auf geplante Ausgleichsmaßnahmen verweisen. Lokale Politiker verurteilen die Umweltfolgen des Projekts und bezeichnen es als "Skandal".
Die Trasse verläuft durch das FFH-geschützte Aupketal, ein Gebiet, das für seine alten Laubwälder, Bäche und Feuchtgebiete bekannt ist. Die Straße wurde verbreitert, um Turbinenteile und Rotorblätter zum nahegelegenen Windpark transportieren zu können. Kreisbeamte bestätigten Mängel bei den Bauarbeiten, darunter unautorisierte Verdichtungen des Bodens und eine übermäßige Aufschüttung von Schotter.
Gerd Stüttgen, Kreistagsabgeordneter der Sauerländer Bürgerliste (SBL), bezeichnete die Arbeiten als "Umweltfrevel". Sein Kollege Reinhard Loos kritisierte die Verwendung von kalkhaltigem Schotter, der den natürlichen sauren Boden des Gebiets verändern könnte. Beide hatten eine Ortsbegehung gefordert, doch eine Mehrheit aus CDU-, SPD- und FDP-Mitgliedern im Umweltausschuss lehnte den Antrag ab.
Norbert Schulte-Schnitker, Geschäftsführer der Aupketal Wind Farm GmbH, räumte die Rodungen ein, verwies jedoch auf geplante Kompensationsmaßnahmen. Im März 2026 will das Unternehmen fünf Hektar neue Feuchtgebiete in der Nähe anlegen und die Bauzeiten anpassen, um brütende Vögel nicht zu stören. Diese Maßnahmen müssen jedoch noch von den lokalen Behörden genehmigt werden.
Die Kreisverwaltung verteidigte das Projekt mit dem Argument, der bestehende Waldweg habe Teile des Geländes bereits versiegelt. Eine Erweiterung der Straße stelle daher nicht zwangsläufig eine zusätzliche Beeinträchtigung des Schutzgebiets dar.
Die Zufahrt zum Windpark bleibt ein Zankapfel zwischen Entwicklern und Naturschützern. Zwar wurden Ausgleichsmaßnahmen vorgeschlagen, ihre Umsetzung hängt jedoch von weiteren Genehmigungen ab. Unterdessen setzen lokale Initiativen ihren Widerstand gegen die Umweltfolgen des Projekts fort.






