Zwei Kopftuchträgerinnen im "Miss Germany"-Finale kämpfen gegen Rassismus und für Vielfalt

Rolf-Peter Scheel
Rolf-Peter Scheel
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Drei Frauen in verschiedenen farbigen Kleidern, eine mit einer Mütze, stehen vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Menschen, Fahnen, Bäumen, Wolken und Himmel im Hintergrund.Rolf-Peter Scheel

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - Zwei Kopftuchträgerinnen im "Miss Germany"-Finale kämpfen gegen Rassismus und für Vielfalt

"Miss Germany"-Wettbewerb erreicht mit neuner Finale sein Finale – darunter zwei Kopftuchträgerinnen, die gegen Rassismus kämpfen

An diesem Wochenende erreicht der "Miss Germany"-Wettbewerb seinen Höhepunkt: Neun Frauen konkurrieren um den Titel. Unter ihnen sind Büşra Sayed und Amina Ben Bouzid, die beide ein Kopftuch tragen und seit ihrer Nominierung als Finalistinnen mit wachsender Kritik konfrontiert sind. Die beiden haben sich öffentlich gegen rassistische Anfeindungen gewehrt und enge Vorstellungen davon infrage gestellt, was es bedeutet, deutsch zu sein.

Der Wettbewerb, der in diesem Jahr seinen 2026er Zyklus durchläuft, hat sich von klassischen Schönheitsidealen verabschiedet und setzt stattdessen auf die Förderung von Führungsqualitäten und Unternehmerinnentum. Die Veranstalter suchen gezielt nach künftigen DAX-Vorständinnen und erfolgreichen Gründerinnen – nicht mehr nur nach Schönheitsköniginnen. Aus über 2.600 Bewerberinnen wurden neun Finalistinnen ausgewählt, darunter Sayed und Ben Bouzid.

Sayed tritt in der Kategorie "Female Founder" (Gründerinnen) an, während Ben Bouzid im Bereich "Female Leader" (Führungspersönlichkeiten) ins Finale gekommen ist. Beide stehen seit Wochen unter scharfer Beobachtung; in sozialen Medien wird immer wieder angezweifelt, ob sie "deutsch genug" seien, um das Land zu repräsentieren. Die Frauen wehren sich gegen diese Vorwürfe und betonen, dass deutsche Identität nicht durch Äußerlichkeiten oder Frisur definiert werde.

Gleichzeitig machen sie auf den rassistischen und sexistischen Unterton vieler Kommentare aufmerksam – die meisten negativen Stimmen kämen von Männern. Ihre Teilnahme hat die Debatte über Vielfalt und Inklusion bei nationalen Wettbewerben neu entfacht.

Zu den weiteren Finalistinnen zählt Amelie Reigl, eine Biologin aus Würzburg. Sie forscht an der Züchtung menschlicher Haut im Labor, um Tierversuche zu reduzieren, und bringt damit eine wissenschaftliche Perspektive in den Wettbewerb ein.

Die Siegerin von "Miss Germany" 2026 wird an diesem Wochenende gekürt. Doch bereits jetzt haben Sayed und Ben Bouzid mit ihrer Präsenz eine breitere Diskussion über Repräsentation und Zugehörigkeit angestoßen. Die Neuausrichtung des Wettbewerbs spiegelt einen gesellschaftlichen Wandel wider: Weg von überholten Schönheitsnormen, hin zur Anerkennung weiblicher Leistungen in Führungspositionen und Innovation.

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